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US-BankenJP Morgan-CEO warnt vor den Folgen des Kriegs in Israel

Der Chef der größten US-Bank blickt mit Sorge in die Zukunft und liefert trotzdem starke Quartalsahlen ab. Auch bei der Konkurrenz lief es besser als erwartet.Astrid Dörner 13.10.2023 - 17:41 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Finanzviertel in New York: Mit JP Morgan, Citi und Wells Fargo haben am Freitag drei US-Großbanken Zahlen vorgelegt.

Foto: Getty Images

New York. Jamie Dimon blickt besorgt in die Zukunft. Der Chef der größten US-Bank, JP Morgan Chase, warnte am Freitag vor den Folgen des Krieges zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas. Der Konflikt, gepaart mit dem anhaltenden Krieg in der Ukraine, „hat weitreichende Auswirkungen auf die Energie- und Nahrungsmittelmärkte, den Welthandel und die geopolitischen Beziehungen“, sagte Dimon bei der Vorlage der Quartalszahlen. „Dies könnte die gefährlichste Zeit sein, die die Welt seit Jahrzehnten erlebt hat.“

Dimon, der so lange wie kein anderer CEO an der Spitze eines großen Wall-Street-Instituts steht, verwies auch auf eine Reihe anderer Risiken, auf die sich Unternehmen vorbereiten sollten. Er verwies auf den „anhaltend angespannten Arbeitsmarkt und die extrem hohe Staatsverschuldung mit dem bisher größten Haushaltsdefizit in Friedenszeiten“. Das erhöhe das Risiko, dass die Inflation hoch bleibe und die Zinssätze weiter ansteigen.

Trotz der Zukunftssorgen lieferte JP Morgan starke Zahlen im dritten Quartal. Die gestiegenen Zinsen und die Übernahme der im Mai kollabierten Regionalbank First Republic haben JP Morgan einen überraschend hohen Gewinn beschert. Unter dem Strich stand ein Quartalsgewinn von fast 13,2 Milliarden US-Dollar (12,5 Milliarden Euro) und damit 35 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Auch die Citigroup und Wells Fargo meldeten höhere Gewinne und übertrafen die Erwartungen der Analysten. Das kommt bei Anlegern gut an. Im frühen New Yorker Handel legte JP Morgan gut drei Prozent zu, Citigroup lag über zwei Prozent im Plus, Wells Fargo notierte 2,6 Prozent höher.

Die Institute haben erneut von den hohen Zinsen der US-Notenbank Fed profitiert. Die Notenbank erhöhte den Leitzins im Rekordtempo auf die Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent, was vor allem den großen Geldhäusern üppige Nettozinserträge beschert. Das ist die Differenz zwischen dem, was Banken für Einlagen zahlen, und dem, was sie mit Zinsen auf Krediten verdienen.

Krise der Regionalbanken hilft den großen Instituten

Großbanken wie JP Morgan konnten in den vergangenen 18 Monaten mehr Geld für Kredite verlangen, ohne den Sparern wesentlich höhere höhere Zinssätze für Einlagen anzubieten. Die Krise der Regionalbanken im März hatte den großen Instituten zusätzliche Einlagen in Milliardenhöhe beschert, weil viele Sparer ihr Geld lieber bei Großbanken parkten, die sie als sicherer empfinden.

JP Morgan meldete einen Nettozinsertrag von 22,7 Milliarden Dollar, 30 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Das war ein wesentlicher Grund, warum der Quartalsgewinn um 35 Prozent auf 13,3 Milliarden Dollar anstieg. Die Erträge stiegen bereinigt im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 40,7 Milliarden Dollar. Ohne die übernommene Bank First Republic hätte der Anstieg immerhin 15 Prozent betragen. Zum Gewinn des Konzerns steuerte First Republic 1,1 Milliarden Dollar bei.

Im zweiten Quartal verzeichnete JP Morgan unter Jamie Dimon hohe Gewinne.

Foto: Reuters

Die hohen Zinsen haben jedoch auch ihre Schattenseiten, die die Institute an anderer Stelle zu spüren bekommen. Citigroup-CEO Jane Fraser verwies darauf, dass die US-Verbraucher ihre Ausgaben zurückfahren und „zunehmend vorsichtiger werden“. Auch die Zahl der Insolvenzen in den USA steigt, weil sich Unternehmen angesichts der hohen Zinsen nicht mehr refinanzieren können.

Citigroup profitierte im abgelaufenen Quartal vor allem von einem starken Wertpapierhandel. Das Geschäft mit Anleihen verbuchte ein Umsatzplus von 14 Prozent. Der Nettogewinn stieg leicht auf 3,5 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr, wie das drittgrößte Finanzinstitut der USA ebenfalls am Freitag mitteilte. Analysten waren von einem Minus von 22 Prozent ausgegangen. Die Erträge nahmen binnen Jahresfrist um neun Prozent auf 20,1 Milliarden Dollar zu. Das stärkt Frasers Position, die gerade erst einen massiven Umbau der Bank und Entlassungen angekündet hat.

Auch im Investmentbanking läuft es nach einer langen Flaute wieder besser. Die Erträge in der Sparte stiegen um 34 Prozent auf 844 Millionen Dollar. Es war der erste Anstieg seit Ende 2021. In den vergangenen Wochen sind eine Reihe an Unternehmen an die Börse gegangen, darunter der britische Chip-Designer Arm und der Lieferdienst Instacart. Angesichts der gestiegenen Zinsen und der Unsicherheiten rund um den Ukraine-Krieg hatten viele Unternehmen ihre Börsenpläne verschoben.

Wie lange das Fenster nun offen bleibt, ist indes abzuwarten. Neue geopolitische Spannungen und Unklarheiten über die weitere Zinspolitik der Fed haben Investoren zuletzt wieder verunsichert. Der Börsengang von Birkenstock am Mittwoch war ein Flop.

Am Dienstag legen die Bank of America und Goldman Sachs ihre Ergebnisse vor. Am Mittwoch folgt Morgan Stanley.

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