US-Banken: Mehrere US-Großbanken schließen das Jahr mit hohen Gewinnen ab
Frankfurt, Düsseldorf. Direkt drei US-Banken veröffentlichten am Mittwoch ihre Zahlen für das vierte Quartal, die trotz teils schwieriger Rahmenbedingungen überwiegend positiv ausfielen.
Die Bank of America verzeichnete einen Gewinnsprung. Auch die Nummer drei der USA, Citigroup, berichtete von einem Gewinnanstieg, ebenso wie Wells Fargo. Konkurrent JP Morgan hatte schon am Dienstag einen Gewinn gemeldet, der von einem starken Handelsgeschäft getragen wurde.
Der Nettogewinn der Bank of America stieg auf 7,6 Milliarden Dollar (Vorjahr: 6,8) oder 98 Cent (Vorjahr: 83) je Aktie, wie die zweitgrößte US-Bank am Mittwoch mitteilte. Die Erträge aus dem Handel legten um zehn Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar zu und entsprachen damit der Prognose von Vorstandschef Brian Moynihan aus dem Vormonat. Die Aktie des Instituts gewann im vorbörslichen Handel rund zwei Prozent.
„Da sich Verbraucher und Unternehmen als widerstandsfähig erweisen, erwarten wir für das neue Jahr weiteres Wirtschaftswachstum“, erklärte Moynihan. „Obwohl eine Reihe von Risiken fortbesteht, sind wir für die US-Wirtschaft im Jahr 2026 optimistisch.“
Boomende Investmentsparte bei der Citigroup
Auch die Citigroup veröffentlichte Zahlen am Mittwoch: Die Einnahmen im Investmentbanking der Citigroup kletterten um 35 Prozent auf 1,29 Milliarden Dollar. Verhagelt wurde der Gewinn der Bank im vierten Quartal aber durch den Verkauf ihres Russland-Geschäfts, der vor allem durch Währungseffekte für einen Verlust vor Steuern von 1,2 Milliarden Dollar sorgte. Die Führung der Citigroup hatte im vergangenen Monat den Verkauf der russischen Sparte AO Citibank an Renaissance Capital gebilligt.
Konzernchefin Jane Fraser treibt einen tiefgreifenden Umbau der Bank voran. Noch in dieser Woche sollen dabei einem Insider zufolge rund 1000 Stellen gestrichen werden. An der Börse kam die Strategie zuletzt gut an. Die Aktie der Citigroup legte im Gesamtjahr 2025 um rund 66 Prozent zu und schnitt damit deutlich besser ab als die Papiere der Konkurrenz.
Wells Fargo mit starken Zahlen
Die viertgrößte US-Bank, Wells Fargo, hat im vierten Quartal dank eines florierenden Kreditgeschäfts und höherer Zinseinnahmen ebenfalls mehr verdient. Der Nettogewinn kletterte auf 5,36 Milliarden Dollar (Vorjahr: 5,08) oder 1,62 Dollar (Vorjahr: 1,43) je Aktie. Der Zinsüberschuss stieg um vier Prozent auf 12,33 Milliarden Dollar. Die Aktie der Bank aus San Francisco gab im vorbörslichen Handel dennoch um knapp ein Prozent nach.
„Wir haben erhebliche Investitionen in die Infrastruktur und das Geschäftswachstum durch größere Einsparungen finanziert“, erklärte Bank-Chef Charlie Scharf. „Beweise für das gestiegene Wachstum sind im gesamten Unternehmen zu sehen.“
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Er verwies auf ein Wachstum von 20 Prozent bei neuen Kreditkartenkonten, einen Anstieg der Autofinanzierungen um 19 Prozent, ein Kreditwachstum von zwölf Prozent im Firmenkundengeschäft und einen Zuwachs von 14 Prozent bei den Gebühren im Investmentbanking.
Die Zahlen runden ein starkes Jahr für Wells Fargo ab. Im Juni hatten die Aufsichtsbehörden eine Bilanzsummen-Obergrenze von 1,95 Billionen Dollar aufgehoben. Damit endete eine Strafe im Zusammenhang mit dem Skandal um fingierte Konten, die das Wachstum von Wells Fargo jahrelang gebremst hatte.
Gleichzeitig setzt das Geldhaus seinen Sparkurs fort. Die Bank verkleinerte ihre Belegschaft, um mit den Kostensenkungen langfristige Wachstumsinitiativen zu finanzieren.
Apple-Deal dämpft Gewinn von JP Morgan
Die größte US-Bank, JP Morgan, veröffentlichte am Dienstag starke Zahlen. Die Übernahme des Kreditkartengeschäftes von Apple drückte jedoch den Gewinn.
Die Bank hatte eine Rückstellung für Kreditverluste von 2,2 Milliarden Dollar verbucht. Langfristig dürfte der Zukauf des Kreditkartengeschäfts das Portfolio von JP Morgan stärken.
Ohne die einmalige Belastung übertraf der Gewinn von 14,7 Milliarden Dollar die Erwartungen der Analysten. Im dritten Quartal hatte die Bank den Gewinn um zwölf Prozent gesteigert. Für das gesamte Jahr 2025 fiel der Gewinn dennoch um 2,6 Prozent auf 57 Milliarden Dollar.
Trotz der Debatte über eine Deckelung der Kreditkartenzinsen erleben Banken unter der Trump-Regierung insgesamt ein freundlicheres regulatorisches Umfeld. Die US-Regulierungsbehörden arbeiten daran, Kapitalanforderungen zu senken, um die Kreditvergabe und Wettbewerbsfähigkeit der Institute zu stärken. JP-Morgan-Chef Dimon lobte die Deregulierung im Rahmen der Präsentation der Quartalszahlen als „ein Plus, nicht nur für Banken“.
Unsichere Aussichten: Druck auf Powell und geoökonomische Entwicklungen
Unsicherheiten außerhalb der Kontrolle der US-Banken, insbesondere geopolitische Entwicklungen oder die hartnäckige Inflation, könnten sich in der kommenden Zeit weiter auf die Banken auswirken.
JP-Morgan-Chef Jamie Dimon zeigte sich zwar zuversichtlich, wies aber auf die Risiken hin. Die Unternehmen seien insgesamt gesund, die Verbraucher kaufbereit. „Diese Bedingungen könnten noch einige Zeit anhalten, insbesondere dank laufender fiskalischer Stimuli, der Vorteile von Deregulierung und der jüngsten Geldpolitik der Fed“, sagte der Banker.