USA: SEC untersucht Jefferies wegen Beziehung zu First Brands
Der US-Zulieferer First Brands, der etwa Scheibenwischer oder Teile für Bremsen produziert hatte, war Ende September in die Pleite gerutscht. Jahrelang hatte der CEO und Alleingesellschafter Patrick James die Firmengruppe mit schuldenfinanzierten Zukäufen ausgebaut.
First Brands setzte zudem im großen Stil auf Finanzierungen über private Kreditmärkte – also abseits von Anleihemärkten und Banken. Kreditfonds kauften etwa Verbindlichkeiten von First Brands aus Lieferantenrechnungen sowie Forderungen aus Kundenlieferungen in Form hochverzinster Schuldverschreibungen. Diese nutzte First Brands, um kurzfristig Liquidität einzusammeln.
Die Aufsichtsbehörde sucht dem Bericht zufolge nach Informationen darüber, ob die Bank die Investoren ihres Point-Bonita-Fonds ausreichend über ihre Risiken in Bezug auf First Brands aufgeklärt hat. Außerdem prüft die SEC laut der Zeitung interne Kontrollmechanismen sowie potenzielle Interessenkonflikte innerhalb und zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen von Jefferies.
Ein Sprecher von Jefferies lehnte eine Stellungnahme ab. Die SEC reagierte zunächst nicht auf eine entsprechende Anfrage. Dem Bericht zufolge befindet sich die Untersuchung noch in einem frühen Stadium. Unklar sei, ob sie tatsächlich zu Vorwürfen eines Fehlverhaltens führe.
Die Aktien von Jefferies sind stark gefallen, seit das Unternehmen seine Risiken gegenüber First Brands offengelegt hat. Bei Point Bonita waren etwa ein Viertel des 3-Milliarden-Dollar-Portfolios an sogenannte Handelsfinanzierungsvereinbarungen gekoppelt, die über First Brands liefen. Point Bonita ist eine Einheit des Leucadia Asset Managements, das zu Jefferies gehört.
Jefferies half First Brands zudem im Laufe des vergangenen Jahrzehnts dabei, einen erheblichen Teil seiner langfristigen Kredite zu verkaufen.