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Wirecard-Skandal Ist Jan Marsalek in Russland? Kreml: „Nichts bekannt“

Der Kreml weiß nach eigener Aussage nicht, ob sich der Ex-Wirecard-Vorstand im Land aufhält. Marsalek werde von den russischen Behörden nicht verfolgt.
20.07.2020 - 14:23 Uhr Kommentieren
Der ehemalige Wirecard Vorstand spielte gelegentlich auf angebliche Geheimdienstkontakte an. Quelle: Wirecard
Jan Marsalek

Der ehemalige Wirecard Vorstand spielte gelegentlich auf angebliche Geheimdienstkontakte an.

(Foto: Wirecard)

Moskau/München Nach Handelsblatt-Informationen hat sich Marsalek nach Russland abgesetzt und soll dort in einem Anwesen westlich von Moskau unter Aufsicht des russischen Militärgeheimdienstes GRU untergebracht sein. Kremlsprecher Dmitri Peskow hat diese Information am Montag nicht bestätigt. „Nein, es ist nichts bekannt“, sagte er zu dem Bericht.

Die Nachrichtenagentur Interfax meldete, Marsalek werde von den russischen Behörden nicht verfolgt. Demnach gibt es weder ein Strafverfahren gegen den Manager in Russland noch eine Auslieferungsanfrage. Russland habe auch keine Erkenntnisse über seinen Aufenthaltsort.

Der 1980 geborene Marsalek ist die Schlüsselfigur der Affäre. Bis der Manager im Juni fristlos gefeuert wurde, war er bei Wirecard weltweit für das Tagesgeschäft zuständig. Er war ursprünglich auf den Philippinen vermutet worden, laut philippinischer Regierung ist er dort verheiratet – wovon den Kollegen in der Aschheimer Konzernzentrale nichts bekannt war. Später hatte die Regierung in Manila eingeräumt, dass die Daten zu Ein- und Ausreise im Computersystem der nationalen Einwanderungsbehörde gefälscht waren. Marsalek soll nach verschiedenen – sämtlich unbestätigten – Medienberichten Kontakte zu russischen Geheimdiensten haben.

Von deutscher oder österreichischer Seite gab es am Montag keinerlei offizielle Angaben zu Marsaleks Aufenthaltsort. In der Bundespressekonferenz erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts lediglich, man habe die Medienberichte zur Kenntnis genommen und äußere sich nicht zu Spekulationen oder laufenden Ermittlungen.

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    Der Dax-Konzern aus dem Münchner Vorort Aschheim hatte im Juni zuerst Luftbuchungen in Höhe von mutmaßlich 1,9 Milliarden Euro eingeräumt und wenig später Insolvenz angemeldet. Die mutmaßlichen Scheingeschäfte liefen großenteils über angebliche Subunternehmer im Mittleren Osten und in Südostasien. Kerngeschäft von Wirecard ist das Abwickeln von Kartenzahlungen als Schaltstelle zwischen Kreditkartenfirmen und und Händlern.

    Mehr: Wirecard-Absturz: Die geheimen Chatprotokolle des Jan Marsalek

    • dpa
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