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Zahlungsdienstleister Wirecards Bezahl-App Boon vor dem Aus

Anspruch und Wirklichkeit haben bei Boon stets weit auseinandergeklafft. Jetzt wird Wirecards Bezahl-App zum 3. Oktober eingestellt.
03.08.2020 - 14:34 Uhr Kommentieren
Boon rät jetzt seinen Kunden, das vorhandene Guthaben vollständig und zeitnah auszugeben. Quelle: Reuters
Kontaktloses Bezahlsystem Boon

Boon rät jetzt seinen Kunden, das vorhandene Guthaben vollständig und zeitnah auszugeben.

(Foto: Reuters)

München Der Abschied kommt für die meisten Nutzer nicht unvorbereitet. „Boon verabschiedet sich von dir“, steht in einer Mail an die rund 10.000 Nutzer vom Montagmittag. Ab dem 3. Oktober wird die Bezahl-App des insolventen Skandal-Unternehmens Wirecard eingestellt. „Aufgrund der aktuellen Situation und der Vorkommnisse der letzten Wochen können wir den Service leider nicht länger aufrechthalten“, heißt es weiter.

Dabei war die Bezahl-App Boon lange eines der großen Zukunftsprojekte des ehemaligen Vorstandschefs Markus Braun. Noch Ende vergangenen Jahres kündigte er im Handelsblatt-Interview an, „auf Dauer weltweit“ den Bezahldienst ausrollen zu wollen.

Braun brachte mögliche Partner wie Versicherungen ins Spiel, die den Service unter ihrem eigenen Namen als sogenannte „White Label-Lösung“ anbieten könnten. „Auf dieser Basis könnte ich mir vorstellen, dass wir bis 2025 hunderte Millionen Bankkunden gewinnen könnten“, kündigte er großspurig an.

Die Wahrheit sah anders aus. Gerade einmal 10.000 Nutzer sollen es bei Boon gewesen sein, berichteten kürzlich Insider den Magazinen Finance Forward und Capital. Immer wieder hatte der Bezahldienst in den vergangenen Monaten unter der Funktion „Aktionen“ mit Treue- und Cashback-Programmen geworben. Noch im Juni, als der Konzern erst das Fehlen von rund 1,9 Milliarden Euro auf asiatischen Treuhandkonten und wenige Tage später die Insolvenz melden musste, lief die Aktion „June with Boon“.

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    Zuvor startete Anfang Februar die Nachfolge-Version Boon Planet. Dabei warb der Bezahldienst mit einer Verzinsung von 0,75 Prozent bis zu einem maximalen Betrag von 10.000 Euro auf dem Konto. Doch selbst die in der Branche unüblich hohe Verzinsung brachte nicht den großen Schub.

    Die App Boon Planet setzte auf Wirecards digitale Bezahllösung Boon auf. Mit der konnte der Kunde via Smartphone oder Smartwatch bezahlen. Im Gegensatz zu Boon Planet war bei Boon jedoch noch ein Konto bei einer anderen Bank oder Sparkasse hinterlegt.

    Bei Boon Planet eröffnete der Kunde direkt bei der Wirecard Bank ein Konto, das dann zum Verrechnen von Zahlungen diente. Bei beiden Varianten war eine digitale Mastercard als Kreditkarte hinterlegt. Die Bezahldienste von Apple, Google, Garmin, Fitbit und Swatch waren für das System zwischenzeitlich freigeschaltet. Weil die Wirecard Bank aber nicht insolvent ist, gibt es derzeit ein Kuriosum: Das Aus für Boon steht fest, nicht aber das Ende für den Ableger Boon Planet. „Sollte es hierzu Änderungen geben, informieren wir dich rechtzeitig“, heißt es weiter.

    Kunden sollen Guthaben zeitnah aufbrauchen

    Nun rät Boon seinen Kunden, das vorhandene Guthaben vollständig und zeitnah auszugeben. „Damit du den Zielbetrag deiner letzten Bezahlung mit Boon genau triffst, lade ggf. deinen Account noch ein letztes Mal um genau den Differenzbetrag auf“, heißt es in der Kunden-Mail vom Montagmittag. Ausgeben kann der Kunde das Geld weiter in Geschäften oder online.

    „Sobald dein Kontostand auf Null ist und alle Transaktionen auf „gebucht“ stehen, kannst du deinen Boon-Account in der App per Knopfdruck kündigen“, heißt es im weiteren Verlauf. Das sogenannte Auto-Top-up, mit dem die App immer wieder automatisch aufgeladen wurde, sobald eine selbstbestimmte Untergrenze erreicht wird, hat Boom bereits für alle Kunden deaktiviert.

    Alternativ bietet Wirecard auch an, dass der Restbetrag auf das Girokonto des Kunden bei einer anderen Bank ausgezahlt werden kann. Allerdings sei das Service-Team bereits jetzt stark ausgelastet, so dass man auf die Eigeninitiative der Kunden setze.

    Mehr: Geldwäsche-Verdacht bei Wirecard – Taskforce soll Vorwürfe prüfen.

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