Commerzbank: Dieser Mann möchte Deutschlands zweitgrößte Bank übernehmen
Frankfurt. Eigentlich mag es Andrea Orcel nicht, wenn man ihn einen Dealmaker nennt. Für ihn klingt das ein bisschen zu sehr nach testosterongetriebenem Investmentbanker und zu wenig nach kühl kalkulierendem Bankmanager mit strategischem Weitblick.
Aber es bleibt eine Tatsache: Der 61-jährige Chef der italienischen Großbank Unicredit ist seit Jahrzehnten einer der wichtigsten Strippenzieher in der europäischen Bankenszene – in den unterschiedlichsten Funktionen, meist aber nicht immer erfolgreich, auf jeden Fall immer dort, wo gerade etwas los ist.
In Europa gibt es kaum einen profilierteren Banker, wenn es um Übernahmen und Fusionen in der Finanzszene geht. 26 Jahre ist es her, dass der Italiener mithalf, die Unicredit-Gruppe aus der Taufe zu heben. Als Investmentbanker orchestrierte Orcel damals den Zusammenschluss von Unicredito und Credito Italiano zu einer der größten italienischen Banken.
Auch als sich Unicredit vor beinahe 20 Jahren an die Übernahme der Münchener Hypovereinsbank (HVB) machte, spielte Orcel als einer der wichtigsten Berater eine Schlüsselrolle. Gut 19 Milliarden Euro war der Deal damals wert, noch immer die größte internationale Bankenübernahme in Europa.