Commerzbank: Großaktionärin fordert Dialog mit Unicredit
Frankfurt. Die Fondsgesellschaft Union Investment warnt die Commerzbank nach dem Einstieg des Konkurrenten Unicredit vor einer Blockadehaltung. „Eine Zusammenarbeit mit der Unicredit – in welcher Form auch immer – muss nicht zum Schaden der Commerzbank sein“, sagte Fondsmanagerin Alexandra Annecke dem Handelsblatt. „Deshalb erwarten wir die Bereitschaft zum ergebnisoffenen Dialog.“
Union Investment hält nach eigenen Angaben 1,5 Prozent an der Commerzbank und liegt im Ranking der größten Aktionäre damit auf Platz elf. Die genossenschaftliche Fondsgesellschaft ist nach Unicredit und der Bundesregierung der erste Großaktionär, der sich öffentlich zu einer möglichen Übernahme positioniert.
Die Commerzbank hat betont, als Treuhänderin ihrer Aktionäre alle Vorschläge von Unicredit prüfen zu wollen. Dabei müssten allerdings auch die Interessen von Mitarbeitenden und Kunden berücksichtigt werden. Eine mögliche Übernahme durch Unicredit sieht das Commerzbank-Management jedoch kritisch – genauso wie die Arbeitnehmervertreter und die Bundesregierung.
Unicredit-Chef Andrea Orcel machte deutlich, dass er mit allen Beteiligten in Deutschland gerne über das weitere Vorgehen reden würde. Er habe bereits vor dem Einstieg bei der Commerzbank Mitte September mit verschiedenen Stakeholdern des Unternehmens gesprochen und sei sehr interessiert daran, „diesen Dialog wieder aufzunehmen und konstruktiv mit allen Stakeholdern zu sprechen“, sagte Orcel bei einer Finanzkonferenz der Bank of America in London.