Gerichtsprozess: Münchener Justiz rollt die Sympatex-Affäre auf
München, Düsseldorf, Berlin. Stefan Sanktjohanser und Frank Günther waren immer dann gefragt, wenn guter Rat teuer sein durfte. Den Chefs der Beratungshäuser Goetzpartners und One Square Advisors (OSA) vertrauten deutsche Firmenlenker, sobald es knifflig wurde. Die beiden gingen in Vorstandsetagen ein und aus. Jetzt sieht ihr Kalender weniger glamouröse Termine vor. Ab Dienstag sitzen sie auf der Anklagebank im Sitzungssaal B 173 des Landgerichts München I.
Dort beginnt die Hauptverhandlung gegen die beiden Berater und zwei weitere Manager. Sie sollen mit einer gezielten Täuschung Privatinvestoren der Textilfirma Sympatex um mehr als eine Million Euro geschädigt haben. Die Staatsanwaltschaft hat sie wegen Betrugs in 97 Fällen sowie versuchten Betrugs in 180 weiteren Fällen angeklagt. Das Handelsblatt kennt Details der 57 Seiten langen Anklageschrift.
Die Behörden werfen den Männern darin vor, eine drohende Insolvenz und einen Verkauf von Sympatex inszeniert zu haben, um Investoren einer 13 Millionen Euro schweren Anleihe zum Verzicht auf 90 Prozent ihres Kapitals zu bewegen.