Neobroker: Probleme bei Scalable Capital – Funktionen zeitweise eingeschränkt
Frankfurt. Log-in-Probleme, erhöhte Wartezeiten beim telefonischen Kundendienst, Verzögerungen bei der Annahme von Handelsaufträgen: Kunden von Scalable Capital mussten am Montag geduldig sein. Der Ausverkauf am Aktienmarkt machte auch dem Münchener Neobroker zu schaffen.
„Am Morgen kam es zu Einschränkungen bei unserer Depotbank“, teilte eine Sprecherin des Neobrokers mit. Dies führte zu Verzögerungen bei der Annahme von Handelsaufträgen, sagte die Sprecherin weiter. Die Ausführungen der Aufträge an den jeweiligen Börsen sei nicht beeinträchtigt gewesen.
Unabhängig davon sei es zu „punktuellen Log-in-Problemen“ gekommen, der telefonische Kundendienst sei zwar grundsätzlich erreichbar gewesen, allerdings kam es zu „erhöhten Wartezeiten“.
Scalable: Einschränkungen inzwischen behoben
Da das Unternehmen keine eigene Banklizenz besitzt, werden die Konten und Depots seiner Kunden in Deutschland von der Baader Bank geführt. Die Baader Bank reagierte auf eine Anfrage des Handelsblatts zu den Einschränkungen am Montag nicht.
„Seit heute Vormittag sind alle Einschränkungen behoben“, teilte die Scalable-Capital-Sprecherin indes mit. Die Depotbank habe die Ursache identifizieren und ihre Systeme stabilisieren können.
Scalable Capital zählt mit mehr als 600.000 Nutzern zu den größten Brokern des Landes. Mittlerweile hat der Vermögensverwalter nach eigenen Angaben mehr als 20 Milliarden Euro auf seiner Plattform.
Zuletzt sammelte das Unternehmen im Dezember des vergangenen Jahres 60 Millionen Euro von Investoren ein. Der Datendienstleister Pitchbook führte Scalable zuletzt mit einer Bewertung von 1,7 Milliarden Dollar.
Volatile Zeiten an der Börse – Scalable-Kunden wollten schnell reagieren
Kunden des Neobrokers waren wegen der Marktsituation am Montagmorgen verärgert über die technischen Störungen. „Das darf nicht passieren“, schreibt ein Nutzer auf X. Gerade in solch volatilen Zeiten könnten solche Ausfälle sehr kostspielig werden. Ein anderer schreibt: „Wie soll man in relevanten Momenten reagieren, wenn eure Services jedes Mal abschmieren?“
Der Ausverkauf am Aktienmarkt hatte sich zu Beginn der neuen Börsenwoche fortgesetzt. Die Marktsituation hatte am Morgen bereits die Indizes in Asien einbrechen lassen.
An den Märkten macht sich die Angst breit vor einem Einbruch der Weltwirtschaft. Schwache Konjunkturdaten vor allem aus den USA hatten den Ausverkauf zum Ende der vergangenen Woche ausgelöst. In Deutschland ist die Wirtschaft ohnehin in Stagnation verfallen. Hinzu kommen Zweifel an den mit Künstlicher Intelligenz (KI) verbundenen Wachstumshoffnungen.