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  4. Organisierte Kriminalität? Finale im Streit um die „Effenberg-Bank“

Fragwürdige Verbindungen: Die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden knüpfte unter ihrem Ex-Chef Stefan Siebert Geschäftsbeziehungen zum Rockermilieu. Foto: Imago, Mauritius

Effenberg-BankHells Angels als Geschäftspartner: Eine Volksbank verkommt

Die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden verdiente ihr Geld mit Kriminellen und einem Rotlichtboss aus dem Rockermilieu. Nun versinkt sie im Chaos – und es kommt zum Showdown.Sönke Iwersen, Vinzenz Neumaier, Volker Votsmeier 24.03.2024 - 10:04 Uhr

Düsseldorf. Ein solches Schreiben haben deutsche Genossenschaftler noch nie erhalten. „Es geht ums Ganze“, lautet die Überschrift. Der erste Satz: „Die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden eG ist ein Sanierungsfall.“

Der Absender muss es wissen. Der Brief ist unterschrieben von Christian Gervais. Die Finanzaufsicht entsandte den erfahrenen Bankmanager im Dezember nach Thüringen. Als Sonderbeauftragter soll er vorlegen, was die Bafin der bisherigen Führung um Ex-Vorstandschef Stefan Siebert nicht mehr zutraute: einen belastbaren Jahresabschluss.

Noch Ende 2018 präsentierte sich die Volksbank als Innovationstreiber. Die Führung heuerte den ehemaligen Fußballnationalspieler Stefan Effenberg für ihr „Firmenkunden-Kompetenzteam Fußball“ an. Das galt als kreativ, die Genossen erreichten unter dem Namen „Effenberg-Bank“ bundesweite Aufmerksamkeit.

Der Glanz ist verblasst. Insidern zufolge hat Effenberg schon seit zwei Jahren kaum mehr etwas für sein Gehalt getan. Die Bank will aus dem Fußballgeschäft aussteigen und hat Effenberg entlassen, er klagt dagegen. Beide Seiten beantworten keine Fragen. Gervais beschäftigen wichtigere Probleme.

„Es wird immer deutlicher, dass es in der Vergangenheit in erheblichem Ausmaß Scheingewinne, Bilanzkosmetik und hochriskante Geschäfte ohne hinreichende Risikoabdeckung gab“, schreibt der Sonderbeauftragte in seinem Brief. Insider haben bereits einen Verlust von 220 Millionen Euro genannt. Es könnten auch 280 Millionen sein.

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