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ChrysalisBritischer Investor wertet Beteiligung an Wefox ab

In der jüngsten Finanzierungsrunde war das Insurtech noch 4,5 Milliarden Dollar wert. Das halten Marktbeobachter nun für übertrieben. Der Firma drohen weitere Folgen.Susanne Schier 03.05.2024 - 18:05 Uhr
Mark Hartigan (links) hat zuletzt den Chefposten bei Wefox von Mitgründer Julian Teicke übernommen. Foto: Wefox

Frankfurt. Der britische Investor Chrysalis hat seine Beteiligung am Insurtech Wefox um ein Drittel abgewertet. Das geht aus der aktuellen Quartalsmitteilung des Unternehmens hervor.

In der jüngsten Finanzierungsrunde war Wefox noch mit 4,5 Milliarden Dollar bewertet worden. Seitdem hat sich nicht nur das Marktumfeld für Start-ups deutlich verändert. Es sind bei dem Berliner Versicherungsunternehmen mit Schweizer Wurzeln auch zahlreiche hausgemachte Probleme sichtbar geworden.

Zum Jahresende 2023 hatte Chrysalis für Wefox noch einen Wert von 188,8 Millionen Pfund angegeben. Das Insurtech war da mit einem Anteil von 22,1 Prozent die größte Beteiligung im Portfolio der Gesellschaft. Ende März nennt Chrysalis nun einen Wert von 126,5 Millionen Pfund, der Anteil am Gesamtportfolio beträgt nur noch 14,4 Prozent.

Chrysalis begründet die Abwertung  mit den schlechten Kennzahlen der börsennotierten Vergleichsunternehmen von Wefox, mit dem gesunkenen Wert des Insurtechs seit der letzten Finanzierungsrunde sowie dessen strategischer Neuausrichtung des Geschäfts. Auch andere Wefox-Investoren dürften sich nun verstärkt Gedanken über den Wert ihrer Beteiligung machen.

Wefox ist ein digitales Versicherungsunternehmen, das in den vergangenen Jahren vor allem durch Zukäufe von Maklervertrieben stark gewachsen ist. Außerdem baute das Unternehmen einen hauseigenen Versicherer auf, die Wefox Insurance. Diese hat das Geschäft zuletzt aber weitgehend zurückgefahren, auch weil sich der Markt insbesondere in der Kfz-Versicherung schwierig gestaltete.

Mitgründer Julian Teicke gab Chefposten ab

Große Hoffnungen setzte Wefox auf die Entwicklung und Vermarktung einer Plattform, die Versicherer, Makler und Kunden zusammenbringt. Branchenbeobachter zweifelten im Lauf der Zeit allerdings die Technologiekompetenzen des Start-ups zunehmend an, auch weil angekündigte Produkte verschoben oder ganz gestoppt wurden. Ein Beispiel: Das Unternehmen hatte die Entwicklung eines Präventionsprodukts mit einem KI-Team in Paris auf Eis legen müssen.

Anfang März hatte Mitgründer Julian Teicke, der in den vergangenen Jahren hohe Summen bei Investoren einsammeln konnte, den Chefposten an den Briten Mark Hartigan abgegeben. Der erfahrene, aber in der Branche umstrittene Versicherungsmanager will den von Teicke zuletzt eingeschlagenen Weg, den Fokus stärker auf Profitabilität zu lenken, weitergehen.

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Der Umsatz der Wefox-Gruppe lag im Jahr 2023 bei 800 Millionen Dollar. Das Unternehmen schaffte es laut eigenen Angaben im Dezember beim operativen Geschäft in die Gewinnzone – unter anderem, weil die Kosten zuletzt deutlich reduziert wurden.

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In der Branche gibt es aber immer wieder Spekulationen, dass die Fortschritte nicht ausreichen könnten, um Wefox in eine erfolgreiche Zukunft zu bringen. Immer wieder gibt es Gerüchte, Wefox könne zerschlagen oder in Einzelteilen verkauft werden.

Chysalis war im Dezember 2019 bei Wefox eingestiegen. Zu dem Zeitpunkt hatte der Investor zusammen mit Omers Ventures, dem Samsung Catalyst Fund und Bestandsinvestoren 110 Millionen Dollar in das Unternehmen gesteckt. Zu der jetzigen Abwertung von Chrysalis will das Insurtech nichts sagen. „Wefox kommentiert interne Entscheidungen einzelner Investoren grundsätzlich nicht“, sagte ein Firmensprecher.

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