Hauptversammlung: „Wie konnte man so danebenlangen?“ – Aktionäre kritisieren die Allianz scharf
Dem Versicherer drohen Strafen des US-Justizministeriums.
Foto: imago images/sepp spieglMünchen. Für die Allianz war es eine ungewohnt ungemütliche Veranstaltung: Auf der Hauptversammlung am Mittwoch, die auch in diesem Jahr virtuell stattfand, machten die Aktionäre ihrem Ärger über das US-Hedgefonds-Debakel Luft.
„Alles wäre wunderbar, toll, super, wenn es nicht die Probleme in den USA gäbe. Wie konnte man so danebenlangen?“, fragte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in ihrer eingespielten Videobotschaft. Sie vermutet erhebliche Mängel in der Kontrolle durch Vorstand und Aufsichtsrat.
Es geht um fehlgeschlagene Strategien der Tochter Allianz Global Investors (AGI) mit hochspekulativen Structured Alpha Fonds. Gut zwei Dutzend Pensionsfonds und andere große Investoren in den USA hatten die Allianz auf gut sechs Milliarden Dollar verklagt.
Sie hatte ihnen die Hedgefonds im Volumen von 15 Milliarden Dollar als vermeintlich sichere Anlage verkauft. Zu Beginn der Coronakrise verloren die Anleger aber einen Großteil ihres Einsatzes, als die Aktienmärkte in die Knie gingen. Sie warfen der Allianz vor, angesichts der zeitweiligen Panik an den Märkten von ihrer Investmentstrategie abgewichen zu sein.