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Versicherer Munich Re kommt sicher durch die Krise

Im zweiten Quartal fallen die Großschäden vergleichsweise gering aus. Der Rückversicherer verdient im zweiten Quartal überraschend gut.
20.07.2020 Update: 20.07.2020 - 18:30 Uhr Kommentieren
Aktienrückkaufprogramm bis auf Weiteres ausgesetzt. Quelle: Reuters
Zentrale von Munich Re

Aktienrückkaufprogramm bis auf Weiteres ausgesetzt.

(Foto: Reuters)

München Die Munich Re hat trotz der Belastungen der Coronakrise im zweiten Quartal ein überraschend positives Nettoergebnis erreicht. Rund 600 Millionen Euro hat der Münchener Erst- und Rückversicherer in den Monaten von April bis Juni nach vorläufigen Zahlen verdient, die am Montagnachmittag bekannt wurden. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Nettoergebnis von 405 Millionen Euro gerechnet.

Einer der Hauptgründe dafür waren die geringen Großschäden, die im zweiten Quartal das Ergebnis belastet haben. Außergewöhnliche Naturkatastrophen wie schwere Unwetter oder Waldbrände waren diesmal kaum zu verzeichnen. Mit ihnen rechnen Experten erst wieder, wenn ab dem Spätsommer die Hurrikan-Saison in den USA, in der Karibik und im Golf von Mexiko beginnt. In den vergangenen Jahren hatten zudem in Japan schwere Taifune für hohe Schäden gesorgt.

Durch Covid-19 verzeichnete der Rückversicherer im zweiten Quartal jedoch Belastungen von rund 700 Millionen Euro. Wie sich die Summe konkret aufteilt, erläuterte das Unternehmen nicht. Es hieß lediglich, dass der größte Anteil davon auf die Versicherung von Großereignissen entfiel. Geringere Belastungen habe es in der Lebens- und Gesundheitsversicherung sowie in anderen Bereichen der Schaden- und Unfallversicherung inklusive der Betriebsunterbrechung gegeben.

Vieles davon hatte sich vor wenigen Monaten noch deutlich drastischer angehört. Bei der Hauptversammlung Ende April – dem ersten rein virtuellen Aktionärstreffen in der 140-jährigen Historie des Konzerns – sprach Vorstandschef Joachim Wenning davon, dass die Munich Re zwar wirtschaftlich gestärkt dastehe, die Kosten der Pandemie für den Konzern aber erheblich seien.

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    Hinzu kamen weitere Unwägbarkeiten, die zu diesem Zeitpunkt schwer einzuschätzen waren. „Die Kapitalmarktseite ist belastet, zudem erwarten wir hohe Schadenleistungen bei Veranstaltungs- und Reiseausfallversicherungen“, sagte Wenning vor den rund 4000 zugeschalteten Aktionären Ende April.

    In die Kritik stand die Munich Re zu dieser Zeit wie viele andere Versicherer ebenfalls für die teilweise strikte Haltung bei Betriebsunterbrechungen ihrer Kunden. „Der weitgehende Ausschluss von systemischen Risiken wie Pandemien ist geradezu ein Gebot verantwortungsbewusster Risikopolitik“, verteidigte Wenning damals die Haltung der Branche.

    „Sie stellt sicher, dass wir Millionen von Kunden auch in Zukunft stets das leisten werden, was wir ihnen versprochen haben, und dieses Versprechen nicht dadurch gefährden, dass wir uns finanziell übernehmen.“

    Ebenfalls zum guten Ergebnis im zweiten Quartal trug der Düsseldorfer Erstversicherer Ergo bei. Konkrete Zahlen will der Konzern hierzu wie zu vielen anderen Teilbereichen erst bei der offiziellen Bekanntgabe der Halbjahreszahlen am 6. August verkünden.

    Schon im ersten Quartal, dessen Zahlen weitgehend noch frei von den Auswirkungen von Corona waren, zeigte sich Ergo gut aufgestellt. Im wichtigen Bereich Schaden/Unfall konnte der Gewinn in den ersten drei Monaten um satte 50 Prozent gesteigert werden. Eine Entwicklung, die sich auch im zweiten Quartal fortgesetzt haben dürfte. Führten der Lockdown und die Ausgangsbeschränkung vielerorts doch zu einem deutlichen Rückgang der Unfall- und Schadenzahlen.

    Nicht abschätzbare finanzielle Folgen durch Covid-19

    Endgültig nicht umsetzen werden die Münchener jedoch ihr im Februar angekündigtes Aktienrückkaufprogramm. Papiere im Wert von einer Milliarde Euro wollte der Konzern in diesem Jahr erwerben, kündigte aber schon Ende März an, das Programm bis auf Weiteres auszusetzen.

    Als Grund dafür nennt der Konzern die weiterhin nicht abschätzbaren finanziellen Folgen durch Covid-19. Für den Konzern stellt das eine Zäsur dar, die gleichzeitig die Belastung der Coronakrise zeigt. Nur einmal während der Finanzkrise pausierte der Konzern bisher mit seinen Rückkäufen. Stattdessen will sich das Management finanzielle Freiräume für „mögliche organische und anorganische Geschäftsopportunitäten“ lassen, wie es in der Meldung vom Montag hieß.

    „Es ist nicht auszuschließen, dass es Corona-bedingt gute Kaufgelegenheiten geben könnte“, sagte Konzernchef Wenning Ende April. Auch ein Anforderungsprofil hatte er schon parat: Einen Erstversicherer bevorzugt er, wenn der noch technisch spezifisch und komplex wäre, wäre er für Munich Re noch attraktiver.

    Am Montag versprach der Versicherer auch weiterhin eine attraktive Dividende. Immerhin zahlt der Versicherer bereits seit dem Jahr 1970 kontinuierlich eine Ausschüttung.

    Mehr: Pandemie-Experte der Munich Re: „Alle 20 bis 30 Jahre kann so etwas wie Corona passieren“.

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