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VersicherungFinanzierungsrunde von Versicherungs-Start-up Element fällt wohl kleiner aus

Der junge Digitalversicherer will das weitere Wachstum finanzieren. Bei Kapitalgebern sitzt das Geld aber nicht mehr so locker wie zuvor.Arno Schütze, Susanne Schier 11.10.2023 - 18:22 Uhr Artikel anhören

Das Start-up Element muss in seiner Finanzierungsrunde auf die Hälfte des geplanten Kapitals verzichten

Foto: Moment/Getty Images

Frankfurt. Das Berliner Versicherungs-Start-up Element muss Finanzkreisen zufolge bei seiner geplanten Finanzierungsrunde Abstriche machen. Ursprünglich war geplant, zusätzliches Eigenkapital in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro aufzunehmen.

Nun ist eine Summe von etwa der Hälfte im Gespräch, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten. Allerdings stehe ein Abschluss kurz bevor und könnte in den kommenden Wochen unterschrieben werden.

Eine erfolgreiche Finanzierungsrunde für den jungen Digitalversicherer wäre ein wichtiges Lebenszeichen in einem Markt, in dem sich Start-ups zunehmend schwertun, frisches Geld einzuwerben. Risikokapitalgeber achten – anders als zu Boom-Zeiten vor zwei bis drei Jahren – bei Investments mittlerweile stark auf Kostenstrukturen und den Zeitplan ihrer Investments bis zum Erreichen der Profitabilität.

Als sogenannter White-Label-Anbieter entwickelt Element Versicherungen für Partner, die diese unter ihrem Namen mit entsprechenden Marketingmaßnahmen vertreiben können.

Einige Jungfirmen mussten sich bereits in Notfusionen retten, bei manchen gehen Restrukturierungsberater ein und aus. Andere haben sich bereits aus dem Markt verabschiedet, da Investoren nicht mehr bereit waren, Geld nachzuschießen. Erfolgreiche Finanzierungsrunden sind allgemein rar geworden abseits von Modethemen wie Künstlicher Intelligenz und Energietechnik.

Gewinnzone ist erst in ein paar Jahren erreichbar

Bei Element ist Finanzkreisen zufolge einer der wichtigsten Bestandsinvestoren, das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB), bereit, weitere 20 Millionen Euro nachzufinanzieren. Eine Stellungnahme hierzu wollte das VZB auf Handelsblatt-Nachfrage nicht abgeben.

Ein weiterer Investor soll den Informationen entsprechend 30 Millionen Euro in das Start-up stecken. Sofern die Transaktion zustande kommt, würde sie immer noch größer ausfallen als die Finanzierungsrunde in Höhe von 21,4 Millionen Euro aus dem Sommer 2022.

Element verbucht laut Firmeninsidern weiterhin ein starkes Wachstum. Das Geschäft entwickle sich besser als geplant. Zugleich müsse das Unternehmen viel Geld aufbringen, um dieses Wachstum zu finanzieren. Obwohl Element derzeit genau auf die Kosten schaue, werde der Digitalversicherer die Gewinnzone wohl erst im Jahr 2025 oder 2026 erreichen können, hieß es. Frisches Kapital benötige das Start-up auch, um die aufsichtlichen Kapitalanforderungen weiterhin erfüllen zu können.

Die Aussagen der Insider wollte eine Element-Firmensprecherin nicht bestätigen. Sie betonte jedoch, dass Element dieses Jahr wieder ein starkes Wachstum von über 100 Prozent verzeichne und somit, wie im Markt üblich, auf der Suche nach Kapital sei, um „die aktuelle Wachstumsdynamik auch für die kommenden Jahre aufrechtzuerhalten“.

Bestehende Aktionäre hätten zudem ausdrücklich ihre Absicht ausgedrückt, Element bis zur Profitabilität zu finanzieren. Somit bestünden keinerlei kurz- oder mittelfristige Liquiditäts- oder Eigenkapitalengpässe. Parallel fänden auch Gespräche mit neuen Investoren statt.

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