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+++ EZB-Liveblog +++„Ist die geldpolitische Normalisierung beendet? Nein!“ – EZB-Präsidentin Lagarde über den großen Zinsschritt

Die EZB erhöht zum zweiten Mal in Folge die Zinsen um 0,75 Prozentpunkte. Wie Präsidentin Lagarde die Entscheidung in der Pressekonferenz erklärt hat.Leonidas Exuzidis und Jan Mallien 15.12.2022 - 16:09 Uhr aktualisiert Artikel anhören
27.10.2022 – 12:44 Uhr Leonidas Exuzidis
  • Die EZB erhöht den Leitzins erneut um 75 Basispunkte auf nunmehr 2,0 Prozent.
  • Der Einlagenzins für Banken steigt von 0,75 Prozent auf 1,5 Prozent.
  • Die Bedingungen bei den Langfristkrediten für Banken (TLTRO III) werden angepasst.
27.10.2022 – 15:55 Uhr Marc Renner
Hören Sie hier unseren Podcast zum Thema: Handelsblatt-Finanzredakteur Ingo Narat spricht über die zweite große Zinserhöhung der EZB in Folge, die Reduktion des Anleihebestands und das umstrittene Kreditprogramm für die Banken namens TLTRO III.
27.10.2022 – 13:56 Uhr Leonidas Exuzidis
Wir beenden den Liveblog an dieser Stelle und bedanken uns für Ihr Interesse. Die nächste EZB-Sitzung findet am Donnerstag, 15. Dezember, statt.  
27.10.2022 – 13:55 Uhr Leonidas Exuzidis
Unterm Strich lässt sich bilanzieren: Der Zinserhöhungszyklus der EZB ist angesichts des starken und anhaltenden Preisdrucks noch nicht beendet. Lagarde hat sich aber keinen Hinweis entlocken lassen, wie stark künftige Anhebungen ausfallen werden. 

Bezüglich der Änderungen im TLTRO-Programm hat die Notenbankchefin auf die Details verwiesen, die die EZB zeitnah veröffentlichen will. Die Anpassungen seien aber notwendig, um der neuen geldpolitischen Situation gerecht zu werden. Der Bilanzabbau der EZB wird vor allem bei der Dezember-Sitzung ein großes Thema werden. Details hierzu nannte Lagarde nicht.
27.10.2022 – 13:51 Uhr Leonidas Exuzidis
Die Pressekonferenz mit Christine Lagarde ist beendet. 
27.10.2022 – 13:44 Uhr Leonidas Exuzidis
Fragen zur neuen italienischen Ministerpräsidentin Meloni weicht Lagarde gekonnt aus. Sie werde keine politische Bewertung abgeben. Die EZB wolle sich auf den Kampf gegen die Inflation konzentrieren.
27.10.2022 – 13:38 Uhr Leonidas Exuzidis
Lagarde spricht über die Unabhängigkeit der Notenbank. Die EZB sei komplett unabhängig von fiskalischer Seite sowie vonseiten der Finanzmärkte. Man ziehe die Erwartungen an den Märkten in die eigene Analyse mit ein, richte diese jedoch nicht danach aus. Man fokussiere sich auf das eigene Mandat: die Preisstabilität. 
27.10.2022 – 13:35 Uhr Leonidas Exuzidis
We have to do what we have to do. 
Christine Lagarde
27.10.2022 – 13:32 Uhr Leonidas Exuzidis
Handelsblatt-Redakteur Jan Mallien erkundigt sich noch einmal nach den konjunkturellen Aussichten. Lagarde verweist auch hier auf die Sitzung im Dezember, wenn die EZB neue Inflations- und- Konjunkturprognosen veröffentlicht. Lagarde fügt hinzu, dass sich eine Reihe von Faktoren, die das Downside- vom Baseline-Szenario abgrenzen, zuletzt nicht verschlechtert haben. Man habe die Annahmen des Downside-Szenarios noch nicht erreicht. Man könne jedoch auch nicht vom Baseline-Szenario ausgehen. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.
27.10.2022 – 13:26 Uhr Leonidas Exuzidis
Ein Journalist fragt nach den Anpassungen beim TLTRO-Programm. Bezüglich der technischen Details verweist Lagarde auf die Informationen, die die Notenbank zeitnah veröffentlicht. Sie bekräftigt jedoch, dass das neue Zinsumfeld angesichts der hohen Inflation Veränderungen in diesem Programm notwendig mache. 
27.10.2022 – 13:34 Uhr Tobias Döring
Christine Lagarde während der Pressekonferenz. dpa
27.10.2022 – 13:24 Uhr Leonidas Exuzidis
Die Französin bleibt diesbezüglich extrem vorsichtig. Lagarde lässt sich kaum entlocken, in welchem Umfang künftige Erhöhungen ausfallen werden. Sie verweist immer wieder auf das Ende der Forward Guidance, da man nun von Meeting zu Meeting individuell entscheiden wolle.
27.10.2022 – 13:22 Uhr Leonidas Exuzidis
Es werde weitere Zinserhöhungen geben, wiederholt Lagarde. Und zwar so lange, bis die Konjunktur mittelfristig auf eine Inflation von zwei Prozent zusteuere. Möglicherweise sei es notwendig, den Zins über das neutrale Niveau anzuheben. Auf diesem Niveau wird die Wirtschaft weder gestärkt noch gebremst. Das neutrale Niveau galt bislang als eine Art Zwischenziel. Doch das dürfte möglicherweise nicht ausreichen.
27.10.2022 – 13:14 Uhr Leonidas Exuzidis
Die nächste Frage bezieht sich erneut auf das weitere Zinsniveau. Ob künftige Erhöhungen geringer ausfallen angesichts der bisher getroffenen Schritte, fragt eine Journalistin. Lagarde bekräftigt ihre bisherigen Ausführungen: Der Zyklus an Erhöhungen sei noch nicht beendet. Man entscheide bei jeder Sitzung individuell abhängig von der Datenlage.
27.10.2022 – 13:12 Uhr Leonidas Exuzidis

Aus Sicht vieler Experten ist eine geringere Liquidität in der Wirtschaft wichtig. Notenbanken wie die Fed in den USA haben daher bereits damit begonnen, ihren Bestand an Anleihen zu reduzieren. Die Fed macht dies, indem sie auslaufende Anleihen aus ihrem Bestand nicht mehr voll ersetzt. Die britische Notenbank will sogar ab Ende Oktober Anleihen aus dem Bestand verkaufen.

27.10.2022 – 13:11 Uhr Leonidas Exuzidis
Die Journalistin fragt auch nach dem möglichen Abbau der EZB-Bilanz. Lagarde bleibt zurückhaltend und verweist auf die Sitzung des EZB-Rats im Dezember. Dort sollen die „key principles“ diskutiert und entschieden werden.
27.10.2022 – 13:10 Uhr Leonidas Exuzidis
Lagarde betont, auf welche Faktoren die Notenbank bei ihren Treffen achte:

  • Vorrangig lege man Wert auf die Inflation und die Erwartungen über ihre zukünftige Entwicklung.
  • Auch schaue man auf die bislang vollzogenen Zinserhöhungen.
  • Und drittens sei auch der verzögerte Transmissionsmechanismus der Geldpolitik relevant. Schließlich dauert es eine Zeitlang, bis die getroffenen Maßnahmen ihre gewünschte Wirkung entfalten.
27.10.2022 – 13:05 Uhr Leonidas Exuzidis
Die erste Frage bezieht sich auf das künftige Zinsniveau. Die heutige Erhöhung trage dazu bei, die unterstützende Geldpolitik weiter zu reduzieren, sagt Lagarde. Der Prozess der Normalisierung sei jedoch noch nicht beendet – weitere Zinsschritte werden folgen abhängig von der Datenbasis bei jedem Treffen. Forward Guidance, also die Steuerung der Erwartungen der Marktakteure über einen längeren Zeitraum, sei in der aktuellen Phase hoher Unsicherheit nicht sinnvoll, bekräftigt die Französin. Stattdessen gehe man bei jedem Treffen individuell vor.
27.10.2022 – 13:03 Uhr Leonidas Exuzidis
Nun stellen die Journalisten ihre Fragen. 
27.10.2022 – 13:03 Uhr Leonidas Exuzidis
Die EZB-Chefin spricht aus, was eigentlich klar ist: Der Zinserhöhungszyklus der Notenbank ist noch nicht beendet. 
Wir rechnen damit, die Zinsen weiter zu erhöhen, um unser mittelfristiges Inflationsziel zu erreichen.
Christine Lagarde
27.10.2022 – 13:01 Uhr Leonidas Exuzidis
Die Kreditvergabe an Unternehmen der Euro-Zone sei weiter robust, sagt Lagarde. Allerdings sei die Nachfrage nach Krediten für Firmeninvestitionen gesunken. Die Kreditvergabe an Haushalte ist angesichts des höheren Zinsniveaus und der Unsicherheit rückläufig. 
27.10.2022 – 13:00 Uhr Leonidas Exuzidis
Lagarde führt ein Bündel von Risiken an, vor allem für die kurze Frist: Der Ukraine-Krieg bleibe eine zentrale Belastung. Das Konsumentenvertrauen könnte weiter sinken, während sich auch die Probleme auf der Angebotsseite verschärfen könnten. Die Preise für Energie und Lebensmittel könnten auf einem anhaltend erhöhten Niveau bleiben. Diese Faktoren würden die Inflation noch weiter nach oben treiben.
27.10.2022 – 12:57 Uhr Leonidas Exuzidis
Markant war im September vor allem der Anstieg der Kerninflation, aus der besonders schwankungsanfällige Preise für Lebensmittel und Energie herausgestrichen werden. Sie stieg von 4,3 auf 4,8 Prozent. 
27.10.2022 – 12:56 Uhr Leonidas Exuzidis
Lagarde geht im Detail auf die Inflationsentwicklung ein, die im Wesentlichen durch die hohen Energiepreise getrieben wird. Bei den Lieferengpässen sei Besserung in Sicht, sagt sie. Der allgemeine Preisdruck mache sich jedoch in mehr und mehr Sektoren bemerkbar.
27.10.2022 – 12:54 Uhr Leonidas Exuzidis
Der Arbeitsmarkt habe sich im dritten Quartal gut entwickelt. Die Arbeitslosenquote lag im August bei 6,6 Prozent. Das schwächere Wachstum könnte nun jedoch zu mehr Arbeitslosigkeit führen.
27.10.2022 – 12:52 Uhr Leonidas Exuzidis
Die EZB rechne mit einer weiteren Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität, sagt Lagarde. Dazu trage auch die hohe Inflation bei. 

Frankfurt, Düsseldorf.

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