1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Geldpolitik
  4. EZB: Die geldpolitischen Beschlüsse der Notenbank

+++ EZB-Newsblog +++EZB sieht „kurzfristig Aufwärtsrisiken“ bei Inflation und schließt höhere Zinsen noch 2022 nicht mehr aus

Die EZB hält an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest. Notenbankpräsidentin Lagarde hat die Beschlüsse erklärt. Besonders ihre Aussagen zur Inflation standen im Fokus.Leonidas Exuzidis und Jan Mallien 27.10.2022 - 17:55 Uhr aktualisiert Artikel anhören
03.02.2022 – 13:12 Uhr Leonidas Exuzidis
  • Die EZB hält trotz hoher Inflation an ihrer lockeren Geldpolitik fest.

  • Notenbankchefin Lagarde sagt, dass es vor allem in der kurzen Frist Inflationsrisiken gebe und führt diese auch näher aus.

  • Die EZB sei bereit, alle verfügbaren Instrumente anzupassen, um das gewünschte Inflationsniveau mittelfristig zu erreichen. Auch eine Zinserhöhung in diesem Jahr ist nicht mehr ausgeschlossen.
03.02.2022 – 14:52 Uhr Leonidas Exuzidis
Wir schließen den Liveblog an dieser Stelle. Wir bedanken uns für Ihr Interesse und wünschen einen schönen Tag.
03.02.2022 – 14:48 Uhr Jan Mallien
Unter dem Strich hat sich mal wieder gezeigt, dass Lagarde nicht so klar kommuniziert wie ihr Amtsvorgänger Mario Draghi. Anders als im Dezember hat sie jetzt eine Zinserhöhung in diesem Jahr nicht mehr ausgeschlossen und betont, dass sich die EZB nach den Daten richten wird. 

Zudem hat sie eingeräumt, dass vor allem kurzfristig höhere Inflationsrisiken bestehen. Sie bleibt aber bei der Linie, dass sie von einem Rückgang der Inflation im Laufe des Jahres ausgeht.  
03.02.2022 – 14:43 Uhr Leonidas Exuzidis

Die Pressekonferenz ist beendet. Die nächste Sitzung des EZB-Rats findet am 10. März statt.

03.02.2022 – 14:42 Uhr Jan Mallien
Eine Frage für Feinschmecker: In ihrer geldpolitischen Orientierung sagt die EZB, dass die Zinsen kurz nach dem Ende der Nettokäufe von Anleihen steigen sollen. Lagardes Antwort: „Kurz nach“ bedeutet ein bisschen früher als nur „nach“. Viele Experten gehen davon aus, dass damit etwa drei Monate gemeint sind.

Wenn die EZB in diesem Jahr noch die Zinsen anheben sollte, hieße das, die Anleihekäufe müssten schneller heruntergefahren werden als bisher geplant.
03.02.2022 – 14:30 Uhr Jan Mallien

 

Die nächste Frage zu Zinserhöhungen. Lagarde verweist auf die Forward Guidance der EZB, also ihre langfristige Orientierung über die Geldpolitik. Darin sind drei Bedingungen für eine Zinserhöhung definiert: Die Inflation muss demnach erstens deutlich vor Ende des Projektionszeitraum 2024 zwei Prozent erreichen, dieses Niveau muss nachhaltig über den gesamten Horizont bis 2024 erreicht sein und drittens muss der Preisdruck so stark sein, dass sich die Inflation auf dem Niveau stabilisiert. 

Bislang hat die EZB für die Jahre 2023 und 2024 Inflationsraten von 1,8 Prozent vorhergesagt, also leicht unter zwei Prozent. Wahrscheinlich wird sie diese aber im März nach oben anpassen müssen.

03.02.2022 – 14:24 Uhr Leonidas Exuzidis
Eine Frage bezieht sich auf mögliche Interventionen der EZB anlässlich der hohen Energiepreise. Lagarde stellt eine Gegenfrage: Hätte es einen Unterschied bei den Energiepreisen gemacht, wenn die EZB ihre Anleihekäufe eingestellt und sodann die Zinsen angehoben hätte? „Nein“, sagt Lagarde. Die Energiepreise seien durch andere Preismechanismen determiniert. Das unterstreicht: In der Geldpolitik ist es stark umstritten, ob und wie Notenbanken auf hohe Energiepreise reagieren sollen.
03.02.2022 – 14:21 Uhr Jan Mallien
Lagarde wird nochmal zu möglichen Zinserhöhungen gefragt und ob sie ihr Statement von Dezember heute wiederholen würde, dass diese im Jahr 2022 „sehr unwahrscheinlich“ sind. Ihre Antwort kurzgefasst: Wenn sich die Daten ändern, dann ändert sie auch ihre Meinung. Sie verweist auf die neuen Inflationsprognosen der EZB im März.
03.02.2022 – 14:20 Uhr Leonidas Exuzidis
03.02.2022 – 14:11 Uhr Jan Mallien
Auf die Frage zur Rekordinflation im Euro-Raum antwortet Lagarde, dass der gesamte EZB-Rat einig sei, dass dies ein Grund zur Sorge ist. Vor allem kurzfristig. 
03.02.2022 – 14:06 Uhr Jan Mallien

Auf die Frage zu möglichen Zinserhöhungen, die die Märkte einpreisen, schließt Lagarde dies nicht aus. Sie betont, dass sich die EZB-Entscheidungen an den Daten orientieren. Im Vergleich zu Dezember ist das ein anderer Ton. Dort hatte sie Zinserhöhungen im Jahr 2022 als „sehr unwahrscheinlich“ bezeichnet. 

03.02.2022 – 14:12 Uhr Leonidas Exuzidis
Die mittelfristige Aussicht habe sich aber verbessert, sagt Lagarde. Verschiedene Einflussfaktoren – etwa der Arbeitsmarkt oder die Inflationsumfragen – würden dafür sorgen, dass man das mittelfristige Ziel letztlich erreiche. Das Preisniveau werde noch „einige Monate hoch bleiben“, ehe eine Reduktion einsetze.
03.02.2022 – 14:09 Uhr Leonidas Exuzidis
Ein Journalist fragt nach der Zuverlässigkeit der Prognosen. Lagarde habe „vollstes Vertrauen in die Belegschaft“, die sich mit diesen Prognosemodellen befasst. Man würde verschiedene Szenarien verfolgen, sagt sie. Insofern sei es „sehr überraschend“, dass die Prognosen vieler Experten bezüglich der Januar-Inflation zu gering waren. 
03.02.2022 – 14:04 Uhr Leonidas Exuzidis
Eine Frage bezieht sich auf ein mögliches Lohnwachstum im Euro-Raum. Ein solches Wachstum sei noch nicht zu beobachten, wiederholt Lagarde. Das sei der nächste Schritt, verbunden mit einer Auslastung der Kapazitäten im Firmensektor und einer geringen Arbeitslosigkeit. Diese Aspekte werde man weiter genau im Blick behalten, bekräftigt die Französin. 
03.02.2022 – 13:59 Uhr Leonidas Exuzidis
Nun dürfen Journalisten ihre Fragen stellen.
03.02.2022 – 13:58 Uhr Leonidas Exuzidis
We stand ready to adjust all of our instruments as appropriate to ensure that inflation stabilizes at its two percent target over the medium term.
Christine Lagarde
03.02.2022 – 13:57 Uhr Leonidas Exuzidis
Lagarde fasst zusammen: Die Erholung der Wirtschaft schreite voran, im ersten Quartal gehe man aber von gedämpftem Wachstum aus. Die Inflationserwartungen seien mit Unsicherheit behaftet – und die Teuerungsrate dürfte länger auf hohem Niveau liegen als ursprünglich erwartet. Gleichwohl gehe man weiter davon aus, dass sich der Preisdruck im Laufe des Jahres abschwächt. 
03.02.2022 – 13:53 Uhr Jürgen Röder
Der Satz von Lagarde, dass angesichts der „aktuellen Unsicherheit“ eine flexible Geldpolitik wichtiger denn je sei, wird am Markt als Zugeständnis gewertet, dass man zumindest über Zinserhöhungen nachdenkt. 

Der Dax rutscht 100 Punkte ab und liegt bei 15.466 Punkten. Im Gegenzug steigen die Renditen der Bundesanleihen deutlich. Der Wert bei einer zehnjährigen Bundesanleihe liegt plötzlich bei plus 0,104 Prozent, bei einer zweijährigen bis minus 0,378 Prozent.
03.02.2022 – 13:52 Uhr Jan Mallien
Die EZB passt ihre Inflationsbewertung etwas an. Es heißt jetzt, dass es „Aufwärtsrisiken bei der Inflation gibt, vor allem kurzfristig“. Lagarde nennt zwei Szenarien, wo die EZB besonders aufpassen müsste: Wenn die höheren Preise zu stärker steigenden Löhnen führen und es zu einer Lohn-Preis-Spirale kommt. Oder wenn die Wirtschaft schneller wieder unter Volldampf läuft.
03.02.2022 – 13:46 Uhr Leonidas Exuzidis
Die Risiken für die Wirtschaft seien „ausgewogen“, sagt Lagarde. Auch hier führt sie die Folgen hoher Energiepreise im Haushaltssektor an. 
03.02.2022 – 13:43 Uhr Leonidas Exuzidis
Die Situation auf dem Arbeitsmarkt sei robust, sagt Lagarde. Ein Wachstum der Löhne sei aber nicht zu beobachten. Das heißt: Die befürchtete Preis-Lohn-Spirale hat nach Ansicht der EZB noch nicht eingesetzt.
03.02.2022 – 13:47 Uhr Jan Mallien
Laut Lagarde geht mehr als die Hälfte des Preisanstiegs im Januar auf höhere Energiepreise zurück. Auch die Preise anderer Güter würden dadurch nach oben getrieben. Auch die Nahrungsmittelpreise seien wegen höherer Transportkosten, steigender Preise für Düngemittel und durch saisonale Faktoren besonders gestiegen. Die EZB-Präsidentin räumt aber auch ein, dass die Preise auf breiter Basis steigen. 
03.02.2022 – 13:42 Uhr Leonidas Exuzidis
Lagarde geht im Einzelnen auf die jüngsten Preistreiber im Euro-Raum ein. Dabei hebt sie erneut die Bedeutung der Energiepreise hervor. 
03.02.2022 – 13:40 Uhr Leonidas Exuzidis
Zielgerichtete und produktivitätssteigernde Maßnahmen von fiskalischer Seite sowie strukturelle Reformen in den jeweiligen Mitgliedsländern seien nach wie vor essenziell parallel zur Geldpolitik der EZB.
03.02.2022 – 13:37 Uhr Jan Mallien
Lagarde räumt ein, dass die Inflation zuletzt höher ausgefallen ist als erwartet. Sie führt das vor allem auf die gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreise zurück. Die Inflation werde länger hoch bleiben als erwartet. Sie bleibt aber bei der Linie, dass sie im Laufe des Jahres zurückgehen wird. 
03.02.2022 – 14:00 Uhr Jan Mallien

Nicht nur die EZB tagt heute, auch die Bank von England. Sie hat heute bereits die zweite Zinserhöhung binnen weniger Wochen beschlossen. Der Leitzins steigt um einen Viertel Punkt auf 0,5 Prozent. Interessant dabei: Vier von neun Mitgliedern des geldpolitischen Ausschuss wollten ihn sogar um einen halben Prozentpunkt anheben

Bereits in der vergangenen Woche hat die US-Notenbank Fed eine Zinserhöhung im März angedeutet. Im internationalen Vergleich hängt die EZB damit bei der Straffung der Geldpolitik deutlich zurück. Man darf aber auch nicht vergessen, dass die Zinsen in den USA und Großbritannien auch vor der Pandemie deutlich über dem Niveau im Euro-Raum lagen.

Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt