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AufbauprogrammLagarde fordert rasches Konjunturpaket und warnt vor Marktrisiken ohne Einigung

Die EZB-Präsidentin hat die EU-Staats- und Regierungschefs gedrängt, sich auf zu einigen. Andernfalls warnte sie vor negativen Reaktionen der Märkte. 19.06.2020 - 14:21 Uhr aktualisiert

Ohne Konsens zum Wiederaufbaufonds könne die Stimmung wieder kippen, warnte die EZB-Präsidentin.

Foto: Reuters

Brüssel. EZB-Präsidentin Christine Lagarde drängt die EU-Staats- und Regierungschefs wegen der Corona-Rezession zu einem massiven Konjunkturpaket. „Die EU-Wirtschaft erlebt einen dramatischen Absturz“, sagte sie Teilnehmern zufolge am Freitag bei einer Videokonferenz zu den Staats- und Regierungschefs der EU.

„Entscheidende und wirksame Maßnahmen sowohl der nationalen Regierungen als auch der europäischen Akteure haben sich bewährt: Sie haben den Weg für eine Erholung zum Jahresende geebnet und dazu beigetragen, Zeit zu gewinnen.“ Dies spiegele sich auch an den Finanzmärkten wider, die bislang vergleichsweise ruhig geblieben seien.

Die Folgen der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg hätten noch nicht voll auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen. Die Arbeitslosenquote könne in der Euro-Zone von aktuell 7,3 auf zehn Prozent steigen. „Es liegt in unseren eigenen Händen, die Erholung zu formen, die wir sehen wollen“, sagte Lagarde. „Je schneller das Konjunkturpaket vereinbart wird, desto besser für die EU-Wirtschaft“, sagte Lagarde laut offiziellen Angaben.

Christine Lagarde warnte die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union vor negativen Marktreaktionen, falls keine Einigung über die Finanzierung des wirtschaftlichen Aufbauprogramms erzielt wird.

Die jüngste Ruhe an den Finanzmärkten sei teilweise darauf zurückzuführen, dass die Anleger Maßnahmen der Regierungen eingepreist haben, sagte die EZB-Chefin nach Angaben von Personen, die mit ihren Äußerungen auf einer Videokonferenz vertraut sind. Doch ohne Konsens zum Wiederaufbaufonds könne die Stimmung wieder kippen, warnte Lagarde demnach.

Die Staats- und Regierungschefs diskutieren am Freitag zum ersten Mal über das 750-Milliarden-Euro-Paket. Deutschland und Frankreich drängen darauf, das Abkommen bis zum nächsten Monat unter Dach und Fach zu bringen.

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