Bank für Internationalen Zahlungsausgleich: Die „Notenbank der Notenbanken“ erwartet weitere Corona-Turbulenzen
Notenbanker rechnen mit weiteren Marktturbulenzen wegen des Coronavirus.
Foto: ReutersZürich. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) erwartet wegen des Coronavirus weitere Turbulenzen an den Finanzmärkten. „Die Unsicherheit regiert weltweit“, sagt Claudio Borio, Leiter der Währungs- und Wirtschaftsabteilung der BIZ.
Der Ökonom rechnet mit weiteren Kursschwankungen. „Die Märkte werden zu Nachrichten über das Virus und der Reaktion der Behörden tanzen wie zu einer Melodie“, wird Borio im jüngsten Quartalsbericht der BIZ zitiert.
Die BIZ agiert als Zentralbank für Notenbanken wie die deutsche Bundesbank, die amerikanische Federal Reserve oder die Bank von England und wird deshalb auch die „Notenbank der Notenbanken“ genannt.
Die Entwicklungen rund um das Coronavirus verfolgen die Basler entsprechend aufmerksam. Denn längst bedroht das Coronavirus das weltweite Wirtschaftswachstum - und wird damit auch zur Herausforderung für die Geldpolitik der Notenbanken. Investoren rechnen deshalb bereits mit weiteren Zinssenkungen.
Laut der BIZ waren die Finanzmärkte zuletzt unterschiedlich stark von der Corona-Angst betroffen: Die größten Abverkäufe gab es demnach - wenig überraschend - in Ländern mit einer direkten geografischen oder wirtschaftlichen Verbindung zu China.
Doch trotz der Kurseinbrüche sieht die BIZ auch Lichtblicke: So sei es zwar zu drastischen Kursverlusten gekommen, doch die Finanzmärkte selbst funktionierten stabil. „Niemand will ein fallendes Messer fangen“, sagt Borio. „Aber trotz des ganzen Aufruhrs und der Angst haben sich die Märkte und Finanzintermediäre als belastbar erwiesen“. Der BIZ-Experte sieht darin einen Beleg dafür, dass sich die nach der Finanzkrise angestoßenen Reformen auszahlen.