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EZB-UmfrageVerbraucher erhöhen Inflationserwartungen – Nagel schließt weiter Zinserhöhung nicht aus

Die Befragten erwarten, dass auch noch in drei Jahren die Inflation über dem Zwei-Prozent-Ziel der europäischen Zentralbank liegt. Das hieße, dass weitere Zinserhöhungen kämen. 11.05.2023 - 10:52 Uhr aktualisiert Artikel anhören

An der monatlichen Erhebung der EZB zu den Inflationserwartungen nehmen stets rund 14.000 Konsumenten aus Belgien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und den Niederlanden teil.

Foto: dpa

Frankfurt. Die Verbraucher in der Euro-Zone haben einer EZB-Umfrage zufolge ihre Inflationserwartungen erhöht. Im Mittel gingen sie im März davon aus, dass die Teuerung binnen drei Jahren bei 2,9 Prozent liegen wird, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Damit würde die EZB auch in drei Jahren ihr Inflationsziel von zwei Prozent immer noch verfehlen.

In der Februar-Umfrage hatten Verbraucher noch einen Median-Wert von 2,4 Prozent veranschlagt. Ihre Inflationserwartungen auf Zwölfmonatssicht schraubten sie ebenfalls nach oben: Sie erwarten nun eine Inflation von 5,0 Prozent statt wie in der Februar-Erhebung von 4,6 Prozent.

Zuletzt war in der Euro-Zone die Teuerungsrate im April wieder leicht angestiegen auf 7,0 Prozent von 6,9 Prozent im März. Die Kernrate, bei der schwankungsanfällige Energie- und Rohstoffpreise ausgeklammert werden, ging außerdem nur minimal auf 5,6 Prozent von 5,7 Prozent im März zurück.

Das bereitet den Euro-Wächtern Sorgen, denn diese sogenannte zugrundeliegende Inflation könnte sich als hartnäckiger herausstellen als bisher erwartet. Die Währungshüter um Notenbankchefin Christine Lagarde hatten die Zinsen vergangene Woche um 0,25 Prozentpunkte erhöht.

Bundesbankpräsident Joachim Nagel will nicht ausschließen, dass die Europäische Zentralbank ihre Zinssätze über den Sommer hinaus weiter anheben wird. Auf die Frage, ob die Zinsen womöglich auch im September noch heraufgesetzt werden könnten, sagte das deutsche Mitglied des EZB-Rats im Gespräch mit Bloomberg TV: „Nichts ist ausgeschlossen.“

Ökonomen erwarten Zinsgipfel im Juli

Die Inflation sei „immer noch sehr hartnäckig“, erklärte Nagel am Donnerstag im japanischen Niigata, wo er am G7-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs teilnimmt. Die Teuerung sei ein „sehr hartnäckiges Phänomen“.

Die meisten Ökonomen erwarten zwei weitere Viertelpunktschritten und einen Zinsgipfel von 3,75 Prozent im Juli. Doch innerhalb des EZB-Rats festigt sich informierten Kreisen zufolge die Einschätzung, dass die Zinserhöhungen nach der Juli-Sitzung womöglich weitergehen müssen, um die Teuerung in den Griff zu bekommen.

Nagel sieht die Zinsen einem Niveau näher rücken, das für die Wirtschaft des Euroraums restriktiv wirkt. Noch sei ein solches aber noch nicht erreicht. Ob es im September zu einem weiteren Zinsschritt kommen wird, hänge von den Effekten ab, die die bisherige Zinserhöhung um 375 Basispunkte zeige.

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Unabhängig davon müssten die Zinsen nach Erreichen ihres Maximalniveaus im Zyklus hoch bleiben, meint Nagel. „Wenn der Punkt kommt, an dem wir die Straffungen mehr oder weniger stoppen können, dann muss ich davon ausgehen, dass wir noch eine Weile dort bleiben müssen“, führte er aus. Dadurch könnten die Währungshüter „sehen, ob wir wirklich erfolgreich sind oder nicht“.

An der monatlichen Erhebung der EZB zu den Inflationserwartungen nehmen stets rund 14.000 Konsumenten aus Belgien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und den Niederlanden teil. Die Umfrageergebnisse fließen in die geldpolitischen Überlegungen der Währungshüter ein. Die nächste Zinssitzung der EZB findet am 15. Juni in Frankfurt statt.

rtr
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