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GeldpolitikSpanischer Notenbankchef optimistisch über EZB-Zinssenkung

Spaniens Notenbankchef Pablo Hernandez de Cos ist „zuversichtlich“, dass die Senkung komme. Beim Zeitpunkt bleibt er jedoch vage. Die nächste Sitzung der EZB findet im März statt. 06.02.2024 - 16:10 Uhr aktualisiert
Die nächste Zinssitzung der europäischen Währungshüter findet am 7. März statt. Foto: Banco de Espana

Nikosia. Der nächste geldpolitische Schritt der Europäischen Zentralbank (EZB) wird laut Spaniens Notenbankchef Pablo Hernandez de Cos eine Zinssenkung sein. „Es ist bereits sehr wichtig für die europäischen Bürger zu wissen, dass wir zuversichtlich sind, dass der nächste Schritt eine Senkung sein wird“, sagte das Mitglied des EZB-Rats, der über die Zinsen in der Euro-Zone entscheidet, am Dienstag auf einer Veranstaltung in Zypern. Es sei aber auch klug, mit Blick auf den Zeitpunkt vage zu bleiben, fügte er hinzu.

Die EZB strebt zwei Prozent Inflation als optimales Niveau für die Wirtschaft in der Euro-Zone an. Im Januar waren die Verbraucherpreise nur noch um 2,8 Prozent gestiegen nach 2,9 Prozent im Dezember. Die Teuerung ist damit inzwischen deutlich gesunken - noch im Herbst 2022 hatte sie zeitweise bei über zehn Prozent gelegen.

Vujcic für geduldiges Voranschreiten zur Zinswende

Aus Sicht des kroatischen Notenbankchefs Boris Vujcic sollte die EZB nicht überstürzt die Zinsen senken. Für die Glaubwürdigkeit der Notenbank sei es besser, zuvor sicherzustellen, dass die Inflation klar unter Kontrolle gebracht worden sei, sagte das Mitglied des EZB-Rats, der über die Zinsen in der Euro-Zone mitentscheidet, in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. „Wir brauchen nun etwas Geduld“, sagte Vujcic. „Was wir bisher in Bezug auf die Disinflation gesehen haben, war gut, aber wir sehen auch noch eine Menge an Widerstandsfähigkeit im Dienstleistungssektor und bei der sogenannten Binneninflation“, fügte er hinzu. Vujcic verwies auch auf die anhaltende Stärke des europäischen Arbeitsmarktes.

Es sei definitiv wichtig, diesmal richtigzuliegen, führte der kroatische Notenbankchef aus. Vujcic verwies in diesem Zusammenhang auf ein Papier des Internationalen Währungsfonds (IWF), in dem davor gewarnt wird, dass Zentralbanken zu oft zu früh den Sieg über die Inflation erklärt hätten. „Ich glaube nicht, dass wir einen solchen Fehler riskieren sollten“, merkte er an. Hinsichtlich des genauen Zeitpunkts, wann die EZB nun die Zinsen erstmals wieder senken sollte, äußerte sich Vujcic flexibel. Da eine schwere Rezession in der Euro-Zone inzwischen unwahrscheinlich sei, komme es nicht auf ein oder zwei Monate an. „Wir werden unser Ziel wahrscheinlich in Form einer weichen Landung erreichen, was ein Erfolg ist“, sagte er. „Ich denke, wir sollten damit zufrieden sein“.

Die nächste Zinssitzung der europäischen Währungshüter findet am 7. März statt. Auf ihrem jüngsten geldpolitischen Treffen im Januar hatten sie den am Finanzmarkt maßgeblichen Einlagensatz, den Geldhäuser erhalten, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken, bei 4,00 Prozent belassen. Das ist das höchste Niveau seit dem Start der Währungsunion im Jahr 1999.

Erstpublikation: 06.02.2024, 11:25 Uhr.

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