US-Notenbank: Fed signalisiert vorsichtigen Kurs – Händler spekulieren auf Zinssenkung ab Mai
Die Inflation bewertete die US-Notenbank Fed auf ihrer jüngsten Sitzung als immer noch zu hoch.
Foto: dpaWashington. Die US-Notenbank Federal Reserve ist nach einer Serie von aggressiven Zinserhöhungen mittlerweile auf Vorsicht bedacht. Dies geht aus den am Dienstag veröffentlichten Protokollen der jüngsten Sitzung von Anfang November hervor. Dabei waren sich alle Beteiligten einig, dass man nunmehr in einer Position sei, behutsam vorzugehen. Wenn allerdings die Fortschritte hin zum Inflationsziel von zwei Prozent als „unzureichend“ eingestuft werden sollten, wäre eine weitere geldpolitische Straffung aus Sicht der Währungshüter angemessen.
An den Terminmärkten wird allerdings damit gerechnet, dass es nicht mehr dazu kommt und nächstes Jahr Zinssenkungen anstehen. Eine Lockerung wird von den Händlern bereits für Mai 2024 als wahrscheinlich erachtet und ist für Juni komplett eingepreist.
Eine straffere Geldpolitik, schwierigere Kreditbedingungen und die jüngste Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt dürften die konjunkturelle Entwicklung dämpfen, hieß es außerdem im Protokoll. Nachdem sich der US-Arbeitsmarkt trotz gestiegener Zinsen lange Zeit robust gehalten hatte, haben jüngste US-Arbeitsmarktdaten auf eine schwächere Entwicklung hingedeutet.
Die Inflation bewertete die US-Notenbank auf ihrer jüngsten Sitzung jedoch als immer noch zu hoch: Die Teuerung bleibe „weit über“ dem Zielwert, heißt es in den Protokollen. Die Fed hat die Zinsen auf zwei Sitzungen in Folge nicht angetastet. Sie hielt den geldpolitischen Schlüsselsatz Anfang des Monats in der Bandbreite von 5,25 bis 5,50 Prozent und ließ sich die Option einer künftigen Erhöhung zugleich offen.
Fed-Chef Jerome Powell signalisierte zudem, dass die Notenbank nach der zurückliegenden Erhöhungsserie nun vorsichtiger agieren könne. Der Preisauftrieb in den USA hat im Oktober nachgelassen. Die Inflationsrate sank auf 3,2 Prozent, nach 3,7 Prozent im September.