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US-Ratingagenturen Abwertung durch Fitch und S&P – Argentinien rutscht tiefer in die Krise

Die beiden US-Ratingagenturen haben ihre Bewertungen für Argentinien runtergestuft. Sie rechnen mit einem teilweisen Zahlungsausfall für Anleihen.
21.12.2019 Update: 22.12.2019 - 16:35 Uhr Kommentieren
Die Agentur S&P senkte die Bewertung der langfristigen argentinischen Fremdwährungsverbindlichkeiten auf „SD“, was bedeutet, dass ein Teil der Anleihen nicht mehr rechtzeitig bedient wird. Quelle: dpa
Standard and Poor's

Die Agentur S&P senkte die Bewertung der langfristigen argentinischen Fremdwährungsverbindlichkeiten auf „SD“, was bedeutet, dass ein Teil der Anleihen nicht mehr rechtzeitig bedient wird.

(Foto: dpa)

Buenos Aires Die US-Ratingagenturen Fitch und S&P haben ihre Bewertung für Argentinien gesenkt. Grund ist der geplante Zahlungsaufschub für kurzfristige Schuldtitel. Die Regierung in Buenos Aires hatte angekündigt, die Rückzahlung kurz laufender Anleihen, sogenannter Letes, bis zum 31. August 2020 auszusetzen. Insidern zufolge sind hiervon Schuldtitel im Volumen von neun Milliarden Dollar betroffen.

Von Einzelpersonen und argentinischen Provinzen gehaltene Letes würden allerdings weiter bedient. Fitch wertet dies als begrenzten Zahlungsausfall. Die Benotung der langfristigen Staatspapiere des südamerikanischen Landes wurde auf „RD“ (partieller Zahlungsausfall) von zuvor „CC“ (in Zahlungsverzug) zurückgenommen.

Auch die Agentur S&P senkte die Bewertung der langfristigen Fremdwährungsverbindlichkeiten Argentiniens auf „SD“ von zuvor „CCC–“. SD steht für „Selective Default“ und bedeutet, dass ein Teil der Anleihen nicht mehr rechtzeitig bedient wird. Die neue argentinische Regierung des Präsidenten Alberto Fernández sieht sich einer Wirtschaftskrise gegenüber und will mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und anderen Gläubigern die Rückzahlung von Verbindlichkeiten im Volumen von 100 Milliarden Dollar neu verhandeln.

Fernández’ Vorgänger Mauricio Macri hatte bereits im August angekündigt, die Laufzeit bestimmter Anleihen verlängern und die Tilgung eines 57 Milliarden Dollar schweren IWF-Kredits neu regeln zu wollen. Am Samstag verabschiedete der argentinische Senat ein Gesetz, das dem neuen Präsidenten Fernández zusätzliche Rechte zusichert, um mit den Gläubigern über die Schulden zu verhandeln. Zudem sollen Gehälter steigen, und es sind höhere Steuern vorgesehen.

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    Argentinier, die Geld aus ihrer heimischen Währung Peso in US-Dollar umtauschen wollen, müssen künftig eine Steuer von 30 Prozent zahlen. Auch Getreideexporte sollen stärker besteuert werden. Dagegen sollen Rentner mit geringem Einkommen im Dezember und Januar zwei Sonderzahlungen bekommen. Laut dem Gesetz darf die Regierung auf Reserven der Notenbank in Höhe von 4,6 Milliarden US-Dollar zurückgreifen, um Schulden zurückzuzahlen. Investoren werten dies als Zeichen der Bereitschaft, mittel- und langfristige Schulden zurückzuzahlen.

    Ökonomen halten die Pläne der neuen Regierung für riskant. Der Direktor der argentinischen Beratungsfirma Elypsis, Eduardo Levy-Yeyati, bemängelt, dass es keinen Plan gebe, um in dem Land für Wachstum zu sorgen. Die Regierung hofft, durch die höheren Steuern zusätzliche Einnahmen zu generieren.

    Wenn jedoch die Getreideernte durch Trockenheit geringer ausfällt, würde das ein Loch in den Haushalt reißen. Cesar Litvin, Partner einer auf Steuern spezialisierten Kanzlei in Buenos Aires, geht davon aus, dass die Steuererhöhungen des Gesetzes „die Mittelklasse besonders hart treffen“.

    Mehr: Mit 175 Milliarden Dollar steht der Staat im Ausland in der Kreide. Die Zahlungen sollen nun an die Wirtschaftsentwicklung gekoppelt werden.

    • rtr
    • Bloomberg
    • jam
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