Glücksspiel: Online-Casinos zocken Spieler ab – Start-ups machen Millionen-Geschäft aus Verlusten
Mit dem jüngsten Glücksspielstaatsvertrag sollen die Online-Casinos eigentlich legalisiert werden.
Foto: Getty Images/Tetra images RFFrankfurt. In Deutschland sind Online-Casinos eigentlich illegal. Einzige Ausnahme: Schleswig-Holstein. Die Lizenzen, die dort vergeben wurden, gelten zwar eigentlich nur für Angebote an Einwohner des nördlichsten Bundeslandes, aber so richtig scheint das keinen zu kümmern. Anbieter wie Hyperino, Unibet, Drückglück oder Pokerstars schalten bundesweit im TV, im Internet oder in Sportstadien Werbung. Zwar gibt es in der Regel einen kleinen Hinweis auf Schleswig-Holstein, doch den ignorieren die meisten Spieler, viele ahnen nichts von der Illegalität.
Die Betreiber freut es: Deutschland ist ein wichtiger Markt. Sie verdienen laut Daten der Gemeinsamen Geschäftsstelle Glücksspiel pro Jahr fast eine halbe Milliarde Euro. Ihr Gewinn ist der Verlust der Spieler. Oder doch nicht?
Das Online-Glücksspiel bewegt sich in Deutschland in einer juristischen Grauzone, in der es keine Rechtssicherheit gibt, nicht für die Anbieter, aber auch nicht für die Spieler. Verbraucheranwälte und immer mehr junge Rechtsfirmen, sogenannte Legal-Techs, wollen daraus ein Geschäftsmodell machen. Sie versprechen, die Verluste der Spieler zurückzuholen.