FBW-Gruppe: Bekannte Immobilienfirma aus Rhein-Main rutscht immer tiefer in die Krise
Frankfurt. Mit Graffiti beschmierte Wände, eingeworfene Scheiben, Wildwuchs auf den Grünflächen: Seit bald zehn Jahren verfällt die alte Gärtnerei im Frankfurter Stadtteil Nordend. Dabei liegt das Areal in einer der beliebtesten Wohngegenden der Mainmetropole – in direkter Nachbarschaft zu einem viel besuchten Park.
Eigentlich will die FBW-Gruppe, ein Projektentwickler aus Dreieich bei Frankfurt, dort sieben Mehrfamilienhäuser mit 108 Wohneinheiten bauen. Wohnungen, die auf dem angespannten Frankfurter Immobilienmarkt dringend benötigt werden. Doch das Projekt kommt seit Jahren nicht voran. Sehr zum Frust nicht nur von Wohnungssuchenden – sondern auch von Investoren eines in Luxemburg ansässigen Immobilienfinanzierungsfonds.
Der Fonds hat der FBW-Gruppe nach Handelsblatt-Informationen ein Darlehen über knapp 17,7 Millionen Euro für den Ankauf des Grundstücks gewährt – zu einem Zinssatz von 15 Prozent. Eine Sprecherin der FBW-Gruppe bestätigt die Konditionen auf Anfrage. Ursprünglich sollte das Darlehen im Jahr 2023 zurückgeführt werden.
Doch daraus wird nichts: Der Fonds und die FBW-Gruppe haben sich auf eine Verlängerung der Finanzierung verständigt, wie die FBW-Sprecherin weiter bestätigt. Wann die Bauarbeiten beginnen, bleibt weiter ungewiss.
Das marode Gartencenter in Frankfurt-Nordend ist nicht die einzige Baustelle der FBW-Gruppe, auf der es schleppend vorangeht. Stark verzögert fertiggestellte oder stockende Baustellen der Gruppe verteilen sich über das gesamte Rhein-Main-Gebiet.
Handelsblatt-Recherchen zeigen zudem: Die von Firmenchef Pietro-Fabrizio Floresta geführte Gruppe leidet unter einem rasant wachsenden Schuldenberg. Trotz der prekären Lage scheint die FBW-Gruppe jedoch neue Großprojekte an Land zu ziehen.