Handelsblatt-Test: Bausparkassen: Bauspar-Beratung am Bedarf vorbei
Die Immobilienzinsen sind derzeit noch niedrig.
Foto: dpaFrankfurt. Das Niedrigzinsumfeld macht den Bausparkassen derzeit das Leben schwer. Ihr Produktklassiker – der Bausparvertrag – hat an Attraktivität verloren. Früher sparten Kunden bei der Bausparkasse, um in der Zukunft einen günstigen Kredit für den Hausbau oder Wohnungskauf zu bekommen. Doch gegenwärtig sind die Bauzinsen so niedrig, dass viele Kunden ihre Bauspardarlehen nicht abrufen, sondern sich eine günstigere Finanzierung etwa bei ihrer Hausbank suchen.
Darum bieten die Bausparkassen mittlerweile auch eigene klassische Immobiliendarlehen an und treten damit in direkte Konkurrenz zu Banken und Vermittlern. „Immobilienfinanzierung ist ein stark umkämpftes Geschäft. Bisher tun sich die Bausparkassen hier mit ihren eigenen Angeboten noch nicht als aggressiver Wettbewerber hervor“, beobachtet Michael Neumann, Vorstand beim Immobilienkreditspezialisten Dr. Klein.
Der Hausbau oder -kauf ist eine der größten finanziellen Entscheidungen im Leben. Eine umfassende Beratung und ein maßgeschneidertes Angebot sind vielen Menschen daher auch im Zeitalter der Digitalisierung wichtig und können einen kleinen Zinsunterschied wettmachen. Ein Test des Sozialwissenschaftlichen Instituts Schad (S.W.I.) im Auftrag des Handelsblatts zeigt: Die Bausparkassen haben hier noch Nachholbedarf.