Immobilien: Warum der Deutsche Wohnen eine Abstimmungsniederlage droht
Die Fassade der Zentrale der börsennotierten Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen SE in Berlin. Der Hedgefonds Elliott fordert eine Sonderprüfung bei der Vonovia-Tochter.
Foto: dpaFrankfurt. Der Druck auf die Immobilienfirma Deutsche Wohnen nimmt zu: Der einflussreiche Stimmrechtsberater Institutional Shareholder Services (ISS) stellt sich auf die Seite des Finanzinvestors Elliott und unterstützt dessen Antrag auf eine Sonderprüfung. Das geht aus den Abstimmungsempfehlungen von ISS für die Mitte Juni geplante Hauptversammlung hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. ISS forderte darin die Aktionäre auf, für die Einsetzung eines Sonderprüfers wegen eines milliardenschweren Kredits von Deutscher Wohnen an Vonovia zu stimmen.
Der Vonovia-Tochter Deutsche Wohnen droht damit auf der kommenden Hauptversammlung eine Abstimmungsniederlage. Gerade angelsächsische Investoren folgen bei Hauptversammlungen häufig dem Rat von Stimmrechtsberatern. Da ISS als einflussreichster Berater gilt, sind die Chancen für eine Sonderprüfung nun deutlich gestiegen.
Die Gesellschaft Cornwall, die einem Elliott-Sprecher zufolge zu dem Investor gehört, will bei der Deutsche-Wohnen-Hauptversammlung die Bestellung eines unabhängigen Sonderprüfers durchsetzen. Dieser solle untersuchen, ob der Deutschen Wohnen ein Nachteil durch den Kredit entstanden sein könnte – denn möglicherweise hätte die Gesellschaft das Geld auch gewinnbringender anlegen können. Zudem solle geprüft werden, ob der Deutschen Wohnen ein wirtschaftlicher Schaden entstanden sei und ob die Verzinsung des Darlehens an die Marktgegebenheiten angepasst worden sei.