Bau: Schadet das Infrastrukturpaket dem Wohnungsbau?
München. Ob kaputte Straßen, marode Brücken oder abrissreife Schulen – der Sanierungsbedarf in Deutschland ist groß. Die künftige Bundesregierung will darum über zwölf Jahre verteilt die gewaltige Summe von 500 Milliarden Euro in die Infrastruktur investieren.
Einige Experten befürchten, die künftige Regierung könnte sich zu sehr auf die Infrastruktur konzentrieren. Manche spekulieren sogar über einen Verdrängungseffekt, der dem Wohnungsbau schadet, zum Beispiel durch eine mögliche Verschärfung des Fachkräftemangels in der Bauwirtschaft. Immerhin haben sich Union und SPD zuletzt in wesentlichen Punkten darüber geeinigt, wie sie für mehr Wohnungsbau sorgen wollen.
Doch leidet der, wenn Straßen und Brücken in großem Stil saniert werden? Hochbaufirmen oder deren Personal ließen sich nur schwer für den Tiefbau – zum Beispiel beim Bau von Straßen und Brücken – einsetzen, sagt Ludwig Dorffmeister, Fachreferent für Bau- und Immobilienforschung am Münchener Ifo-Institut. Er sieht ein anderes Problem für den Wohnungsbau: Manche Produkte wie zum Beispiel Beton könnten sich durch die höhere Nachfrage verteuern.