Fake-Inserate: Wie Sie bei der Wohnungssuche im Netz Betrug erkennen
Interessenten schauen sich eine Altbauwohnung an.
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Foto: HandelsblattEine große, renovierte Altbauwohnung im hippen Viertel mit Balkon für unter 600 Euro im Monat? Kaum zu glauben – und vermutlich auch nicht wahr. Häufig stecken hinter solchen Wohnungsanzeigen Betrüger, die es auf private Daten oder Geld abgesehen haben. Sie nutzen die Not der Wohnungssuchenden schamlos aus.
Daniela Dässel vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen spricht von einer „Thematik, der man tatsächlich nur durch Aufklärung wirkungsvoll begegnen kann“. Laut Polizei NRW haben betrügerische Wohnungsangebote häufig eines der folgenden drei Ziele: Identitätsdiebstahl, Vorauskasse oder sexualisierte Gewalt.
„Die Täter nutzen die Wohnungsnot in Ballungszentren aus und erstellen Fake-Wohnungsangebote zu attraktiven Konditionen in den gängigen Internetportalen“, sagt Carsten Rust vom Polizeipräsidium Köln. „Nach der Kontaktaufnahme fordern die Täter zunächst Fotos von persönlichen Unterlagen wie Personalausweis und Gehaltsnachweise.“ Dann würden Vorauszahlungen für eine Wohnungsbesichtigung, die Kaution oder erste Abschlagszahlungen verlangt.
Ein häufiges Ziel der Betrüger: Identitätsdiebstahl
Planen die Täter, die Identität des Opfers zu stehlen, fordern sie laut Polizei Hamburg statt Ausweiskopien teils auch die Teilnahme an einem Video-Identifikationsverfahren, wie es bei der digitalen Eröffnung eines Kontos üblich ist. Die gestohlenen Informationen nutzen Kriminelle, um kostenpflichtige Abonnements abzuschließen, Bankkonten im Namen der Geschädigten zu eröffnen oder für andere betrügerische Aktivitäten.