Fernwärme: So wäre eine wirksame Preiskontrolle möglich
Berlin. Für Fernwärmekunden ist keine finanzielle Entlastung in Sicht: Während die Preise für Haushaltsenergie im vergangenen Jahr insgesamt um durchschnittlich 3,2 Prozent gesunken sind, wurde Fernwärme 2024 laut dem Statistischen Bundesamt um 27,1 Prozent teurer.
Starke Preissteigerungen sind für Fernwärmekunden nichts Neues: Schon Anfang 2023 sahen sich manche mit Heizkostennachforderungen von mehreren Tausend Euro konfrontiert (Handelsblatt Inside berichtete).
Besonders ärgerlich für Verbraucher: Die Fernwärmeversorgung ist ein natürliches Monopol, es gibt regional jeweils nur ein Versorgungsunternehmen. Damit haben die 6,4 Millionen Haushalte, die in Deutschland Fernwärme beziehen, bei Preiserhöhungen keine Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln – es sei denn, sie steigen auf eine andere Heiztechnologie um.
SPD und Grüne fordern eine Preisaufsicht
Trotz der Monopolstellung der Versorger gebe es im Fernwärmemarkt bisher noch keine ausreichende Kontrolle der Preise und der Preiszusammensetzung, kritisiert Florian Munder, Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).
Verbraucherschützer und Wohnungsverbände fordern deshalb seit Längerem eine öffentliche Preisaufsicht für Fernwärme. Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbands der Wohnungswirtschaft (GdW), sagte dem Handelsblatt bereits im vergangenen Jahr: „Kostentransparenz und eine staatliche Preiskontrolle sind überfällig.“