Warmmieten: So sinnvoll ist das Konzept aus Schweden für deutsche Wohnungen
Mieter in Deutschland müssen mit hohen Nachzahlungen für Strom und Wärme rechnen. Beim Warmmietenmodell in Schweden ist das anders geregelt.
Quelle: dpa
Foto: HandelsblattDer Winter kommt, und mit den kalten Temperaturen drehen Mieter ihre Heizungen hoch. Wer die Pauschalen für Strom und Gas nicht deutlich angehoben hat, muss wegen der extrem gestiegenen Energiepreise und trotz der Ausgleichsmaßnahmen der Bundesregierung mit einer satten Nachzahlung im Frühjahr rechnen. Da hört sich ein Konzept wie das der Schweden wie ein schöner Traum an: Die Miete beinhaltet bereits die Kosten für Strom und Heizung. Doch wie vorteilhaft ist das Warmmietenmodell wirklich? Und wie sinnvoll wäre ein ähnliches System für Mieter und Eigentümer in Deutschland?
In Schweden gibt es das Konzept in zwei Ausführungen: das einfache und das kontrollierte Warmmietensystem. „Bei gesetzlich vorgegebenen einfachen Systemen garantieren Vermieter eine feste Raumtemperatur und stellen die Haustechnik so ein, dass diese Temperatur erreicht werden sollte“, erklärt Leo Reutter, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kassel. Wenn es in der Wohnung trotz sorgsamen Heizverhaltens kälter bleibt, muss sich der Vermieter kümmern.
„Im zweiten Fall, dem kontrollierten Warmmietensystem, gibt es von der Vermieterin freiwillig installierte Messgeräte, die während der Heizperiode die Temperatur so messen und umrechnen sollen, dass die Zimmertemperatur in der Raummitte auf Hüfthöhe annähernd festgestellt werden kann“, erklärt der Experte. Liegt die tatsächliche Raumtemperatur über dem vereinbarten Wert, müssen die Mieter je Grad Celsius nachzahlen. Liegt die Temperatur darunter, bekommen sie Geld zurück.