Seniorenimmobilien: Wie sich das Einfamilienhaus altersgerecht umbauen lässt
Mitunter reicht das Umstellen eines Schranks, um ein Zimmer altersgerechter zu gestalten.
(Foto: Imago/Westend61)
Foto: HandelsblattMünchen. Bundesweit fehlen 2,2 Millionen barrierearme und altersgerechte Wohnungen. Diese Zahl veröffentlichte das Pestel-Institut im April und schlug gleichzeitig Alarm. Der Mangel werde sich in den nächsten Jahren noch verschlimmern, erklärte Institutsleiter Matthias Günther. Die meisten Menschen möchten im Alter so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben. Dafür muss die Immobilie allerdings geeignet sein. Mitunter reichen nur wenige Maßnahmen, um das zu erreichen.
Welche Häuser und Wohnungen als altersgerecht gelten
Das Eigenheim sei altersgerecht, wenn es den Bedürfnissen älterer Menschen entspreche und ein möglichst langes und selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden ermögliche, erklärt Dagmar Faltis. Sie ist Immobilienexpertin und Mitglied der Geschäftsführung von Aroundhome, einem Marktplatz für Hausprojekte. Dabei helfen vor allem Barrierefreiheit, eine gute Beleuchtung und ausreichend Platz. „Eine gute Erreichbarkeit wichtiger Räume wie Bad oder Küche sowie ein stufenloser Zugang zum Eigenheim sind ebenfalls wichtig”, ergänzt sie.
Was vor einem Umbau zu bedenken ist
Oft möchten Eigenheimbesitzer einen Umbau relativ spontan angehen. Aber genau das sollten sie nach Ansicht von Experten vermeiden. „Ich empfehle sogar erst einmal den Gang zum Hausarzt, um abzuklären, wie der körperliche Zustand ist und wie er sich voraussichtlich entwickeln wird”, sagt die Architektin Irmtraud Swoboda, die sich auf das altersgerechte Umbauen spezialisiert hat. Wer seine körperlichen Schwachstellen kennt, sollte überlegen, ob ein Umbau sinnvoll ist oder ein Anbau eine Möglichkeit darstellt, um das Zuhause altersgerecht zu gestalten. „Wenn die passende Infrastruktur vor Ort fehlt, sollte man auch einen Umzug in Erwägung ziehen”, sagt Swoboda.