Trendviertel 2022: Wiesbaden ist teurer – ein Faktor macht Mainz jedoch begehrter
Die Nordseite des Mainzer Marktes.
Foto: lookphotosWiesbaden. Die Angst, dass steigende Bauzinsen den Kauf einer Immobilie unerschwinglich machen könnten – in den Villen an Wiesbadens Hängen dürfte sie nicht das größte Problem darstellen. So schlicht die Adresse „Am Birnbaum“ klingen mag: Hier stehen hinter hohen Mauern und Hecken elegante, weiße Villen, die Millionen gekostet haben.
Im vergangenen Jahr zahlte jemand für eine Immobilie in der Straße rund fünf Millionen Euro – für ein Einfamilienhaus. Doch die Debatte darüber, ob der Immobilienboom der vergangenen Jahre anhält, wird auch in Wiesbaden und im benachbarten Mainz geführt.
Das Leben in der hessischen Landeshauptstadt ist schon lange teuer. Schon im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem beliebten Kurort und wurde Hauptstadt eines preußischen Regierungsbezirks. Dadurch entstanden repräsentative Wohnhäuser, Hotelpaläste und Villen, die noch heute das Stadtbild prägen.
Wiesbaden punktet mit Wirtschaftsstärke
Denn im Gegensatz zu Mainz auf der gegenüberliegenden Seite des Rheins wurde Wiesbaden im Zweiten Weltkrieg vergleichsweise wenig zerstört. Nach dem Ende des Krieges wurde Wiesbaden zur Hauptstadt des Landes Hessen ernannt. Die US-Army richtete hier ihr Europahauptquartier ein. Auch zahlreiche Konzerne sind vor Ort, unter anderem das Versicherungsunternehmen R+V. Die Stadt punktet mit Wirtschaftsstärke, einer grünen Umgebung und einer guten Anbindung an Frankfurt und den dortigen Flughafen (die momentan durch Baustellen eingeschränkt ist).