Wall Street: IPO-Markt bricht neue Rekorde in den USA
Kritiker des aktuellen IPO-Hypes halten die hohen Bewertungen der Börsenneulinge für nicht gerechtfertigt.
Foto: ReutersNew York. Der Boom der sogenannten Spacs hat nachgelassen, doch die Stimmung am amerikanischen Kapitalmarkt ist ungebrochen gut. Die Unternehmen, die seit Anfang des Jahres an die Börse gegangen sind, hatten zum Handelsstart insgesamt eine Bewertung von einer Billion Dollar – ein neuer Rekord.
Das geht aus einer Studie des Analysehauses Pitchbook hervor, die sowohl klassische Börsengänge als auch Direktplatzierungen und Spacs beinhaltet. Letztere sind börsennotierte Mantelunternehmen, die Start-ups kaufen und ihnen somit einen Börsengang über die Hintertür ermöglichen.
Der Handelsstart des Elektroautobauers Rivian in der vergangenen Woche war der größte Börsengang des Jahres. Das Start-up, das gerade erst angefangen hat, Fahrzeuge auszuliefern, war mit einem Marktwert von gut 90 Milliarden Dollar in den Handel gestartet und damit schon zu Beginn seiner Wall-Street-Karriere mehr wert als traditionelle Autobauer wie General Motors und Ford.
Das hat erneut eine Diskussion um unbegründete Börsenhypes ausgelöst, bei denen die Bewertungen nichts mehr mit Fundamentaldaten zu tun haben. „Neben Rivian sieht praktisch jedes Unternehmen günstig aus“, unkte Aswath Damodaran, Professor der New York University und Experte in Unternehmensbewertungen, im US-Börsensender CNBC.