Finanzmärkte: Die große Nervosität vor der Zinswende
Die meisten Investoren erwarten, dass die zehnjährige Bund-Rendite bald im positiven Bereich festsetzen wird.
Foto: Getty Images; Per-Anders PetterssonFrankfurt. Eigentlich hat Jerome Powell alles gesagt. Der Chef der US-Notenbank (Fed) erklärte bei seiner Nominierung für eine zweite Amtszeit in der vergangenen Woche, er wolle die Inflation mit aller Macht bekämpfen. Ökonomen gehen seither davon aus, dass die Fed die Leitzinsen in diesem Jahr viermal erhöht. Genau das spiegeln die Zinserwartungen an den Terminmärkten wider.
Trotzdem steigt die Nervosität vor der am kommenden Mittwoch anstehenden nächsten Zinssitzung der Zentralbanker in Washington, obwohl eine erste Anhebung erst im März erwartet wird. Schon in wenigen Monaten könnte die Fed zudem soweit sein, auch auslaufende Anleihen nicht mehr zu ersetzen. Damit fällt eine gewaltige Nachfrage nach Zinspapieren aus.
Vor diesem Hintergrund gerieten am Dienstag Anleihe- und Aktienmärkte gleichermaßen unter Druck. Investoren verkauften Zins- ebenso wie Dividendenpapiere, und das nicht nur in den USA.
Der Dax fiel in der Spitze um 1,7 Prozent auf 15.786 Punkte und damit den niedrigsten Stand im noch jungen Jahr. Später lag er weniger deutlich im Minus - hat seit Januar aber unter dem Strich rund ein halbes Prozent verloren. An der Wall Street fiel der breite Index S&P 500 im frühen Handel um 1,5 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rutschte noch stärker ab. Mit einem Minus von bislang fast sechs Prozent hat der Nasdaq-100 einen der schlechtesten Jahresstarts seit langem hingelegt.