Wahl in Georgia: Renditen für US-Staatsanleihen auf dem höchsten Stand seit dem Corona-Crash
US-Staatsanleihen gelten als sichere Anlagen. In der Coronakrise drückte das die Rendite.
Foto: AFPDüsseldorf. Die US-Senatswahl in Georgia bewegt den Anleihemarkt: Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen stieg am Mittwochnachmittag von 0,955 Prozent auf bis zu 1,0456 Prozent. Das ist der höchste Stand seit dem Corona-Crash Mitte März. Auch die Renditen für die 30-jährigen US-Bonds zogen an: von 1,704 Prozent auf in der Spitze 1,824 Prozent. Anleiherenditen steigen, wenn die Kurse sinken und umgekehrt.
Die Entwicklung am US-Bondmarkt ist ein Zeichen dafür, dass Investoren schon vor dem endgültigen Wahlergebnis auf einen Sieg der beiden demokratischen Kandidaten setzen. Bei der Stichwahl in Georgia geht es um zwei Sitze im US-Senat, der zweiten Kammer des Kongresses. Gewinnen die Demokraten beide Sitze – wonach es aktuell aussieht –, würden sie de facto auch die Kontrolle im Senat übernehmen. Dies würde dem gewählten Präsidenten Joe Biden das Regieren erheblich erleichtern.
Denn mit den beiden Sitzen Georgias kämen die Demokraten und ihre Unterstützer auf 50 der 100 Mandate und damit auf ebenso viele wie die Republikaner. Bei einem Patt würde dann die Stimme der gewählten Vizepräsidentin Kamala Harris den Ausschlag für die Demokraten geben. Im Repräsentantenhaus, der zweiten Kongresskammer, hatten die Demokraten im November knapp ihre Mehrheit verteidigt.