Zinspapiere: Anleihen bieten nach dem Kurssturz wieder mehr Rendite
US-Anleihen sind nach dem Kurssturz wieder interessanter geworden.
Foto: BloombergFrankfurt. „No place to hide.“ So überschreibt die Privatbank M.M. Warburg einen Bericht zur Lage an den weltweiten Anleihemärkten: Es gibt kein Entrinnen. Bonds erleben einen im historischen Vergleich extrem schwachen Markt.
Im Gegenzug zu den gestiegenen Renditen sind die Kurse in kurzer Zeit so deutlich gefallen wie selten in der Geschichte. Betroffen sind alle Segmente.
Martin Hasse, Anleihestratege bei der Bank M.M. Warburg, erklärt den starken Anstieg der Renditen mit der hohen Inflation. Fallende Kurse und Geldentwertung: Mit ihren Anleihe-Portfolios haben Investorinnen und Investoren deutliche Verluste eingefahren. Strategen gehen nun zwar davon aus, dass das Schlimmste vorbei ist, raten aber allenfalls zum vorsichtigen Einstieg.
Am auffälligsten ist der Kurseinbruch bei bei Anleihen von europäischen Unternehmen mit guter Bonität. Der viel beachtete entsprechende Börsenindex von ICE BofA ist seit Jahresanfang um 7,9 Prozent eingebrochen. Seit seinem Allzeithoch im August summiert sich das Minus auf über neun Prozent.
Das ist nach Daten des Informationsdienstes Bloomberg der größte Einbruch in der Geschichte des Marktes. Selbst zu Beginn der Corona-Pandemie vor gut zwei Jahren und in der Finanzkrise im Jahr 2008 verloren die Bonds weniger.