Anleihen: Sind Bundesanleihen doch noch eine sichere Anlage?
Frankfurt. Mit der Regierungskrise in Frankreich haben auch französische Staatsanleihen Schlagzeilen gemacht. Für Regierungspapiere mit zehn Jahren Laufzeit verlangen Investorinnen und Investoren seit einer Woche genauso hohe Renditen wie für die des einstigen Pleitestaats Griechenland. Die Investoren machen sich Sorgen, dass Frankreichs Verschuldung noch weiter aus dem Ruder läuft.
Gleichzeitig sind die Risikoaufschläge französischer Staatsanleihen im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen zeitweise auf fast 0,9 Prozentpunkte gestiegen, der höchste Stand seit der Euro-Schuldenkrise.
In den vergangenen beiden Tagen ist diese Risikoprämie zwar wieder auf knapp 0,8 Prozentpunkte gesunken. Zehnjährige französische Staatsanleihen rentierten am Donnerstag mit knapp 2,9 und zehnjährige deutsche Staatsanleihen mit 2,1 Prozent. Das ändert aber nichts daran, dass die Aufschläge im historischen Vergleich noch immer sehr hoch sind.
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Für Christian Lips, Chefvolkswirt der NordLB, ist das ein klares Zeichen, dass Bundesanleihen für Investoren nach wie vor eine sichere Anlage sind. Doch ganz so einfach ist es nicht. Ein tiefer Blick in die für institutionelle Anleger wichtigen relativen Bewertungen am Anleihemarkt zeigt ein anderes Bild.