Deutsche Aktien: Warum sich der Dax trotz schwacher Konjunktur gut schlägt
Frankfurt. Ökonomen können ihre Enttäuschung nicht verhehlen. Die Dekabank spricht von einer „chronischen Wirtschaftsschwäche“, die DWS von einer „herben“ Enttäuschung, und die DZ Bank bringt ihre Einschätzung zur deutschen Wirtschaft so auf den Punkt: „Wirtschaftsflaute statt Sommermärchen“.
Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal überraschend um 0,1 Prozent geschrumpft. Fast noch enttäuschender: Nach den neuen Berechnungen liegt die Wirtschaftsleistung Deutschlands gerade mal 0,3 Prozent über der aus dem „Vorkrisenniveau“, dem Schlussquartal 2019.
Die Investoren an den Aktienmärkten zeigten sich jedoch nicht enttäuscht. Deutschlands Leitindex Dax stieg am Dienstag in der Spitze um 0,8 Prozent auf 18.469 Punkte und ging mit einem Aufschlag von immerhin noch einem halben Prozent aus dem Handel.
Zehn Prozent plus seit Januar
In diesem Jahr haben die 40 deutschen Bluechips damit unter dem Strich zehn Prozent gewonnen. Damit brauchen sie sich nicht zu verstecken. Wenn man – wie im Dax – die Dividenden einberechnet, hat der breite europäische Aktienindex Stoxx Europe 600 seit Januar 10,5 Prozent gewonnen und damit nur ein bisschen mehr als der Dax.