Devisenmarkt: Japans Notenbank will mit Notfall-Käufen den Anleihemarkt stützen – Kursrutsch beim japanischen Yen
Der Yen wird vor allem auch durch die Geldpolitik der japanischen Zentralbank belastet, die im Gegensatz zu vielen anderen Notenbanken nicht gegen die Inflation im Land ankämpft.
Foto: Corbis Documentary/Getty ImagesTokio. Japans Notenbank stemmt sich mit Notfall-Käufen gegen einen Ausverkauf am Anleihemarkt. Die anhaltende Talfahrt des Yen in Richtung eines 32-Jahres-Tiefs zum Dollar hatte Investoren dazu veranlasst, sich in Scharen von japanischen Staatsanleihen zu trennen. Dies trieb die Bondrenditen in immer neue Höhen.
Die Bank von Japan teilte nun am Donnerstag mit, sie erwerbe Staatstitel mit Laufzeiten zwischen fünf bis 25 Jahren im Volumen von umgerechnet rund 1,70 Milliarden Euro. Doch am Anleihemarkt sorgte die Ankündigung kaum für Beruhigung: Die Renditen der fünfjährigen und 20-jährigen Staatsanleihen legten weiter zu und markierten zeitweise das höchste Niveau seit 2015.
Anleiheexperten in Japan äußerten sich pessimistisch: „Der Aufwärtsdruck auf die Renditen ist so stark, dass der Kauf der Anleihen durch die Bank von Japan in dieser Höhe die Renditen nicht aufhalten wird“, sagte Masayuki Koguchi, Leiter der Abteilung Anleiheninvestment bei Mitsubishi UFJ Kokusai Asset Management. Die Nachfrage nach Bonds sei schwach, steigende Renditen belasteten die Portfolios der Investoren. „Der Markt steckt in einem Teufelskreis,“ merkte er an.