Goldrally: US-Volkswirt – „Die Goldrally war überhitzt“
Frankfurt. Erst durchbrach der Goldpreis die historische 4000-Dollar-Marke, dann gab er in der vergangenen Woche stark nach. Aus Sicht des Ökonomen Robin Brooks vom renommierten Brookings-Institut in Washington und des ehemaligen Chefvolkswirts des globalen Finanzbranchenverbands Institute of International Finance (IIF) ist diese Korrektur berechtigt.
Die Goldrally sei überhitzt gewesen. „Viele Investoren sind nur wegen der steigenden Preise eingestiegen, aus Fomo, also aus Angst, etwas zu verpassen“, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Etwa die Hälfte des Preisanstiegs hält er für eine Blase.
Langfristig sei der Aufwärtstrend bei Gold aber intakt, sagt Brooks. Das hänge vor allem mit dem sogenannten Debasement-Trade zusammen, einer Anlagestrategie, mit der sich Investoren gegen einen Wertverlust klassischer Währungen wie Dollar, Euro oder Yen infolge expansiver Geldpolitik und hoher Verschuldung von Industriestaaten absichern wollen.