Kettner Edelmetalle: Die umstrittene Werbestrategie des Goldhändlers
Die Branche hat sich selbst dazu verpflichtet, auf Angstmarketing zu verzichten.
Foto: dpaFrankfurt. Hyperinflation, starke Überwachung und eine schwere Weltwirtschaftskrise: Der Edelmetallhändler Dominik Kettner zeichnet in seinen Marketing-Videos, die er auf Youtube hochlädt, ein düsteres Bild von der Zukunft.
So warnt er etwa: „In den nächsten fünf Jahren besteht das Risiko ernsthaft – wenn ihr euch nicht mit dem Thema Vermögensschutz beschäftigt – dass 95 bis 98 Prozent der Menschen alle ihre Papiergeld-Ersparnisse verlieren.“ Was Kettner mit „Vermögensschutz“ meint, wird schnell klar: Investieren in Edelmetalle wie Gold.
Um seine These zu bekräftigen, lädt Kettner immer wieder externe Gesprächspartner in seine Videos ein, etwa Markus Krall. Der frühere CEO von Degussa Goldhandel mahnt zum Beispiel: „Also, der Bürger kann sich gegen die Inflation, die Enteignung und gegen die Krise überhaupt nur durch Gold schützen.“
Krall, der für seine düsteren Wirtschaftsprognosen und rechtslibertären politischen Forderungen bekannt ist, wurde nach dem Eigentümerwechsel bei Degussa entlassen. Das Unternehmen möchte unter dem neuen CEO nicht mehr mit politischen Positionen auffallen, sondern lieber neue Kundengruppen erschließen.