Rohstoffe: Ölpreis steigt deutlich über 110 Dollar pro Fass – Opec-Entscheid verschärft Energiekrise in Europa
Russland ist einer der größten Ölförderer und -exporteure der Welt.
Foto: BloombergZürich. Kaum mehr als zehn Minuten benötigten die Ölminister der 23 Opec-plus-Staaten, um die Energiekrise in Europa zu verschärfen. Die Allianz der Ölexporteure um die beiden mächtigsten Staaten Saudi-Arabien und Russland entschied am Mittwoch wie in den Monaten zuvor, die Ölproduktion um lediglich 400.000 Fass pro Tag anzuheben. Wegen des Einmarschs Russlands in der Ukraine und der Sanktionen des Westens droht jedoch die zehnfache Menge an russischen Ölexporten für große Teile der Welt wegzubrechen.
Die Ölpreise setzten daher ihren rasanten Anstieg fort: Allein am Mittwoch verteuerte sich europäisches Brent-Öl um zwischenzeitlich mehr als sieben Prozent auf 112,50 Dollar pro Barrel (rund 159 Liter). Das ist der höchste Stand seit 2014. In Euro gerechnet, stieg der Brent-Ölpreis erstmals überhaupt über die Marke von 100 Euro.
Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um bis zu neun Prozent zu und erreichte ein Elf-Jahres-Hoch von 112,51 Dollar je Barrel. Allein seit Montag haben die Preise um 21 Prozent zugelegt, das war der größte Drei-Tagesgewinn seit Mitte Mai 2020. Seit Jahresbeginn beträgt der Ölpreisanstieg inzwischen rund 50 Prozent.