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Serie Anlegen 2020 – Teil 5Warum Gold der erfolgreichste Rohstoff 2020 werden könnte

Die geopolitischen Risiken bleiben hoch, die Zinsen niedrig – viele Experten rechnen daher im kommenden Jahr mit weiter steigenden Goldpreisen.Jakob Blume 27.12.2019 - 20:01 Uhr

Anleger können sich nach Ansicht vieler Experten auf ein glänzendes Edelmetall-Jahr 2020 einstellen.

Foto: dpa

Frankfurt. Die Erwartungen waren hoch, doch die große Jahresendrally ist beim Gold ausgeblieben. In den letzten Handelstagen des Jahres hat das Edelmetall gerade noch den Sprung über die Marke von 1500 Dollar pro Feinunze (rund 31 Gramm) geschafft.

Die Prognosen, die Investmentbanken wie Goldman Sachs oder die Bank of America Merrill Lynch im Sommer ausgegeben hatten, haben sich damit nicht erfüllt. Aktuell handelt Gold rund fünf Prozent unterhalb des Jahreshochs. Die Goldman-Strategen hatten gegen Jahresende einen Goldpreis von 1600 Dollar pro Unze erwartet.

Trotz des enttäuschenden Jahresendes sehen viele Marktexperten weiteres Aufwärtspotenzial für Gold im kommenden Jahr. So sagt Stefan Breintner, Fondsmanager und Edelmetallexperte beim Vermögensverwalter DJE Kapital: „Der Goldpreis hängt ganz stark an der Handelsthematik.“

Die US-Wahlen im kommenden Herbst seien daher der Schlüsselmoment für die Märkte. „Spätestens nach der Wahl könnte das Geschacher um neue Zölle gegen China wieder in den Fokus rücken“, erwartet Breintner. „In diesem Umfeld dürfte Gold ganz gut laufen.“

Auch Joe Foster, Manager mehrerer Goldminenfonds bei VanEck, rechnet damit, dass die Risiken eines Abschwungs angesichts des weit fortgeschrittenen Konjunkturzyklus steigen: „Da die geopolitischen Turbulenzen weiter zunehmen werden, könnten wir uns vorstellen, dass Gold im kommenden Jahr erheblich an Boden gewinnen wird.“

Und Torsten Dennin, Leiter Vermögensverwaltung bei Asset Management Switzerland, erwartet, dass Edelmetalle die „Top-Performer“ an den Rohstoffmärkten im kommenden Jahr werden. Bei Gold sieht er Aufwärtspotenzial von zehn Prozent, Silber könnte sogar um mehr als 20 Prozent steigen.

Konjunktur im Abschwung

Die zwischenzeitliche Entspannung im Handelskonflikt hatte den dauerhaften Anstieg des Goldpreises auf deutlich über 1500 Dollar in der zweiten Jahreshälfte verhindert. Dennoch blicken Anleger, die 2019 in Gold investiert haben, auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Seit Jahresbeginn hat sich das Edelmetall um knapp 20 Prozent verteuert.

Im Mai hatte US-Präsident Donald Trump damit begonnen, die Chinesen mit immer neuen Zolldrohungen zu überziehen. Gold stieg innerhalb weniger Wochen um rund 18 Prozent und kletterte in der Spitze auf 1550 Dollar. Die sich seit Oktober abzeichnende Entspannung im Handelskonflikt sorgte für eine leichte Korrektur an den heiß gelaufenen Edelmetallmärkten.

Dennoch hielt der Goldpreis sein hohes Niveau – und die Gründe dafür dürften nach Ansicht von DJE-Manager Breintner auch im kommenden Jahr den Goldpreis stützen. Es sei nicht zu erwarten, dass die Zentralbanken bald das Ende ihrer lockeren Geldpolitik einläuten. Zudem deuteten viele Frühindikatoren darauf hin, dass sich die Konjunktur in den USA und anderen Teilen der Welt weiter eintrüben könnte.

„Zusammen mit dem sich immer weiter ausweitenden Fiskaldefizit in den USA dürften die Zinsen weiter sinken, und der Dollar dürfte einen Tick schwächer gehen“, erwartet Breintner. „In diesem Umfeld sind die Realzinsen negativ – das stützt die Goldnachfrage.“

Gold gilt vielen Investoren ebenso wie Staatsanleihen als sichere Anlage in Krisenzeiten. Doch mittlerweile stehen weltweit Staatsanleihen mit einem Volumen von rund 13 Billionen Dollar aus, die negative Renditen abwerfen. Real, also nach Abzug der Inflationsrate, sind die Erträge von noch mehr Zinspapieren negativ.

Das bedeutet, dass Gold im Vergleich zu Staatsanleihen attraktiver wird. Zwar wirft Gold keine Zinsen ab. Doch das ist in Zeiten, in denen viele Staatsanleihen einen Verlust garantieren, wenn Anleger sie bis zur Endfälligkeit halten, kein schwerwiegender Nachteil mehr.

Boom bei Gold-ETFs

Davon profitieren besonders goldgedeckte Indexfonds (ETFs). Weil die Indexanbieter für jeden verkauften Fondsanteil eine gewisse Menge Gold einlagern, treibt die Popularität von Gold-ETFs auch die Nachfrage nach dem Edelmetall. DJE-Manager Breintner sagt: „Die Nachfrage durch Gold-ETFs wird stark durch das Zinsniveau beeinflusst.“ Bei sinkenden Zinsen steige daher die Nachfrage nach Gold aus den ETFs.

Viele ETFs erreichten 2019 neue Rekorde beim verwalteten Vermögen. So stieg der Goldbestand von Xetra-Gold, dem größten Indexprodukt aus Deutschland, erstmals über 200 Tonnen. Das entspricht einem verwalteten Vermögen von über 8,5 Milliarden Euro. Und ein Ende des Booms bei Gold-ETFs ist nicht in Sicht: „Ein Szenario, in dem die Zinsen stark steigen, sehe ich nicht“, sagt Breintner. „Daher sind auch große ETF-Abflüsse nicht in Sicht.“

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Goldnachfrage waren 2019 die Goldkäufe der Notenbanken. Daten des „World Gold Council“ zufolge kauften die Zentralbanken, allen voran die von Russland, China und der Türkei, mehr als 600 Tonnen Gold. Bereits im Vorjahr waren es über 600 Tonnen – und damit so viel wie zuletzt in den 1970er-Jahren.

Breintner erwartet, dass die Notenbanken auch weiter ein bestimmender Faktor bleiben werden: „Auch 2020 werden die Notenbankkäufe voraussichtlich auf einem hohen Level bleiben.“ Zudem dürfte die Schmucknachfrage in den wichtigen Märkten Indien und China wieder anziehen, prognostiziert der DJE-Experte. Anleger können sich daher auf ein weiteres erfolgreiches Jahr an den Edelmetallmärkten einstellen.

Mehr: Immer mehr Investoren setzen auf Gold-Indexfonds – die Nachfrage nach Barren und Münzen ist dagegen rückläufig.

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