Geldanlage: „Es ist möglich, dass die Börsen in einen Bärenmarkt rutschen“
Frankfurt. Er verwaltet mehr als 627 Milliarden US-Dollar Kundenvermögen und gilt als ausgewiesener Kapitalmarktkenner. Und als solcher rechnet er damit, dass die jüngste Kurskorrektur von Anfang August nicht die letzte in den kommenden Monaten gewesen sein dürfte.
„Es ist möglich, dass wir in einen Bärenmarkt rutschen, also Kursrücksetzer von 20 Prozent und mehr sehen“, sagt Michael Roberge, börsenerfahrener Chef des US-Fondsanbieters MFS.
Auslöser könnten enttäuschende Firmengewinne infolge eines sich abschwächenden Wachstums in den USA sein, Überraschungen bei der Zinswende der Notenbanken, die Konzentration bei IT-Aktien, geopolitische Spannungen etwa im Nahen Osten und die US-Wahlen im November.
Unter einer Präsidentin Kamala Harris erwartet Roberge eine Fortsetzung des Biden-Kurses. „Wenn Trump gewinnt, wird es sehr schwer einzuschätzen, welche Politik er tatsächlich verfolgt“, sagt der Fondsexperte.
MFS hat bei Aktien den weltgrößten Markt USA gleichwohl hoch gewichtet, setzt auch stark auf Europas starke Firmen und investiert in China, meist indirekt.
Lesen Sie hier das gesamte Interview:
Herr Roberge, die führenden Aktienindizes wie der S&P 500 und der Nasdaq 100 haben das Börsenbeben von Anfang August nahezu ausgeglichen. Ist die Welt an den Aktienmärkten wieder in Ordnung?
Das wird sich zeigen. Wir glauben, dass wir eine vorübergehende Korrektur erlebt haben. Und uns interessieren kurzfristige Kursbeben als Langfristinvestoren mit einem Anlagehorizont von fünf bis zehn Jahren nicht so sehr.