Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: Zinszweifel drücken auf Stimmung – Wall Street schließt im Minus
Frankfurt. Neu entflammte Zinssorgen haben die Wall Street zum Wochenschluss ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Freitag 0,7 Prozent tiefer auf 43.444 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 2,2 Prozent auf 18.680 Zähler nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 1,3 Prozent auf 5870 Stellen ein.
„Wir können die Zurückhaltung der Marktteilnehmer auf mehrere Faktoren zurückführen: die hohen Kurse nach der Rally in der vergangenen Woche, die Geschwindigkeit, mit der die Anleiherenditen wieder gestiegen sind, und die Verunsicherung darüber, inwieweit die US-Notenbank Fed in der Lage sein wird, die Zinsen im kommenden Jahr zu senken“, sagte Timothy Chubb, Chefanleger beim Vermögensverwalter Girard.
Für schlechte Stimmung sorgten dabei vor allem die jüngsten Konjunkturdaten: Die Umsätze der US-Einzelhändler stiegen im Oktober etwas stärker als erwartet. Dies schürte Sorgen, dass eine Zinssenkung der Fed im Dezember ausfällt. Die Währungshüter versuchen, mit straffer Geldpolitik die Inflation einzudämmen, ohne die Wirtschaft abzuwürgen.
„Die Zahlen sind insgesamt recht gut, und das ist genau das, worüber Fed-Chef Powell gestern gesprochen hat“, sagte Mike Dickson, Manager beim Finanzdienstleister Horizon. „Wenn die Konjunktur einigermaßen stark bleibt und die Inflation sich dem Zielwert nähert, kann die Fed es sich leisten, sich Zeit zu lassen und die Zinssätze langsamer zu senken als bisher angenommen.“