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Dow Jones, S&P 500, NasdaqUS-Börsen rutschen erneut ab – Wall Street schließt im Minus

Die Erholung an der Wall Street war am Mittwoch nur von kurzer Dauer, dann ging es wieder abwärts. Energieaktien profitieren vom steigenden Ölpreis. 27.09.2023 - 23:54 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Ein Straßenschild an der New York Stock Exchange.

Foto: Reuters

Frankfurt. Zinssorgen haben den Erholungsversuch an den US-Börsen am Mittwoch weitgehend verhindert. Nach anfänglichen Schnäppchenkäufen zogen sich die Anleger zumeist wieder zurück. Nur die Technologiewerte konnten sich ein kleines Plus bewahren. Der Dow Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer auf 33.550 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte dagegen 0,2 Prozent auf 13.092 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 ging kaum verändert bei 4274 Punkten aus dem Handel.

Die Aussicht auf einen längeren Zeitraum hoher Zinsen und die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen sind seit Tagen ein Bremsklotz für die Börsen. Im September steuert der Nasdaq-Index auf einen Verlust von rund sieben Prozent zu und damit auf seinen schlechtesten Monat in diesem Jahr. Die Aussicht auf vorerst anhaltend hohe Zinsen trieb auch die Renditen an den Anleihemärkten weiter in die Höhe. Die zehnjährigen US-Treasuries zogen zeitweise um dreieinhalb Basispunkte an und markierten mit rund 4,593 Prozent ein frisches 16-Jahres-Hoch. Der Dollar-Index gewann 0,4 Prozent auf 106,70 Stellen.

Druck kam auf, nachdem die Aufträge langlebiger Güter im August überraschend angestiegen waren. Strategen zufolge warten die Anleger auf schwächere Konjunktursignale, die auf das Erreichen des Zinsgipfels der US-Notenbank hinweisen könnten.

Die Inflationssorgen wurden auch von steigenden Ölpreisen befeuert, nachdem die Spekulationen auf ein verknapptes Angebot dort wieder überhand nahmen. Im Zuge dessen verteuerte sich die Nordsee-Sorte Brent um 2,8 Prozent auf 96,59 Dollar je Fass. US-Leichtöl WTI zog um 3,7 Prozent auf 93,70 Dollar an. Anleger sorgen sich, dass die US-Rohölvorräte am wichtigsten Lagerzentrum in Cushing, Oklahoma, unter das Mindestbetriebsniveau fallen könnten. Das würde die Angebotsknappheit verschärfen, die auf Förderkürzungen durch die Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Verbündeten zurückzuführen ist.

Auf politischer Ebene machte der US-Senat am Dienstag einen Schritt nach vorn bei einem parteiübergreifenden Gesetzentwurf, der einen Regierungsstillstand am Sonntag verhindern soll. Dennoch schwebt auch dieses Szenario wie ein Damoklesschwert über den Finanzmärkten.

Hinzu kommt die schwelende Immobilienkrise in China, in deren Zentrum der hochverschuldete Bauträger China Evergrande steht. Weitere Zweifel am Fortbestand des weltweit am höchsten verschuldeten Immobilien-Entwicklers schürte am Mittwoch ein Bericht der Agentur Bloomberg, demzufolge der Chef Hui Ka Yan unter polizeiliche Überwachung gestellt worden sei. Evergrande-Aktien büßten erneut rund 19 Prozent ein. "Es stehen möglicherweise unsichere Zeiten bevor, und wie das alte Sprichwort sagt, hassen die Märkte Unsicherheit", sagte Oanda-Marktanalyst Craig Erlam.

US-Börsenaufsicht: IPOs wegen Shutdown-Gefahr besser bis Freitag

Angesichts des Haushaltsstreits im US-Kongress hat die Börsenaufsicht SEC empfohlen, etwaige anstehende Börsengänge bis Freitag zu erledigen. SEC-Chef Gary Gensler wurde am Mittwoch von demokratischen Abgeordneten zu den möglichen Folgen eines drohenden Shutdowns am Wochenende für die Wall Street befragt.

„Sollte ein Unternehmen sich zu einem Börsengang oder einem Angebot entscheiden, würde es dies vor Freitag tun wollen, wenn es dazu bereit ist“, sagte Gensler. Anderenfalls können es „in einer Art unterschwelligem Zustand“ ohne Zugang zum Markt laden, da bei der SEC ab Sonntag möglicherweise mehr als 90 Prozent der Belegschaft fehlen würden.

Das könnte auch das deutsche Unternehmen Birkenstock betreffen, das seinen Börsengang für Montag anstrebt. Der Gesundheitsschuh-Hersteller will offenbar jedoch bei seinen Plänen bleiben. Birkenstock gehe davon aus, dass die endgültige Zustimmung der US-Börsenaufsicht SEC auch während eines Stillstands eingeholt werden könne, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. Birkenstock wolle wie geplant nächste Woche seine IPO-Investoren-Roadshow starten. Das Unternehmen strebe eine Bewertung von mehr als acht Milliarden Dollar an. Birkenstock lehnte eine Stellungnahme ab.

China-Sorgen belasten

Hinzu kommt die schwelende Immobilienkrise in China, in deren Zentrum der hochverschuldete Bauträger China Evergrande steht. Weitere Zweifel am Fortbestand des weltweit am höchsten verschuldeten Immobilien-Entwicklers schürte am Mittwoch ein Bericht der Agentur Bloomberg, demzufolge der Chef Hui Ka Yan unter polizeiliche Überwachung gestellt worden sei.

Der September ist historisch gesehen der schlechteste Börsenmonat im Jahr, so auch in 2023. Unter anderem steuert der Nasdaq-Index an der Wall Street auf einen Verlust von rund sieben Prozent zu. Markus Koch analysiert das Börsengeschehen.

Evergrande-Aktien büßten erneut rund 19 Prozent ein. Auch ein möglicher Regierungsstillstand in den USA macht die Investoren nervös. „Es stehen möglicherweise unsichere Zeiten bevor, und wie das alte Sprichwort sagt, hassen die Märkte Unsicherheit“, sagte Oanda-Marktanalyst Craig Erlam. Die steigenden Ölpreise halfen dem Energiesektor nach oben, der Branchenindex zog um rund zwei Prozent an.

Blick auf die Einzelwerte

Marriott: Bei den Einzelwerten stiegen Marriott-Aktien um 1,1 Prozent auf 193,88 Dollar. Investoren sind zuversichtlich, dass der Hotelbetreiber von den steigenden Zimmerpreisen profitieren kann. Das Unternehmen erwartet, dass der auf zwei Jahre annualisierte Umsatz pro verfügbarem Zimmer bis 2025 um drei bis sechs Prozent wachsen wird.

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