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Ranking 2025Das sind die besten gewerblichen Haftpflicht- und Inhaltsversicherungen

Ein Sturz im Restaurant, ein Wasserschaden auf der Baustelle oder gestohlene Maschinen: Unfälle und Schäden gehören zum Geschäftsrisiko. Welche Anbieter guten Versicherungsschutz bieten.Dirk Wohleb 09.09.2025 - 10:24 Uhr Artikel anhören
Koch im Restaurant (Illustration): Es gilt, die größten finanziellen Risiken abzusichern. Foto: Midjourney/kkraft

Köln. Wenn ein Dachdecker ein Werkzeug vom Gerüst fallen lässt und ein Passant dabei schwer verletzt wird, ist der finanzielle Schaden immens. Die Kosten für Behandlung, Schmerzensgeld und Rentenzahlungen können in die Millionen gehen. Eine Haftpflichtversicherung kommt für solche Schäden auf und schützt das Unternehmen vor dem Ruin.

Was im Privatleben gilt, trifft auch für Unternehmen zu. Es gilt, die größten finanziellen Risiken abzusichern. Neben der gewerblichen Haftpflichtversicherung empfiehlt sich eine sogenannte Inhaltsversicherung. „Sie ist das Pendant zur Hausratversicherung und schützt bei Schäden am Inventar“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Ratingagentur Franke und Bornberg. Auch eine betriebliche Rechtsschutzversicherung gehört zu einem umfassenden Schutz. Damit können Unternehmer ihre Rechte durchsetzen oder unberechtigte Forderungen vor Gericht abwehren.

Die Ratingagentur Franke und Bornberg hat Policen für die drei Versicherungssparten für verschiedene Musterfälle analysiert. „Die günstigste Police muss nicht die beste sein“, sagt Franke. Die Qualität der Police, gemessen durch ein umfassendes Rating, macht 70 Prozent der Bewertung aus. Der Preis dagegen nur 30 Prozent.

Finanzieller Schutz vor Haftungsschäden

Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist für Unternehmer unverzichtbar. Sie schützt vor finanziellen Folgen, wenn Dritte durch betriebliche Tätigkeiten, Produkte oder Mitarbeiter einen Schaden erleiden. „Die Police muss exakt auf die Risiken und Bedürfnisse eines Unternehmens zugeschnitten sein“, sagt Michael Franke. Schließlich ist ein Handwerksbetrieb anderen Risiken ausgesetzt als ein Restaurant.

Die Versicherungssumme muss hoch genug gewählt sein, um auch größere Schäden decken zu können. Franke ging von einer Versicherungssumme in Höhe von fünf Millionen Euro aus. Sie schließt Personen-, Sach- und Vermögensschäden ein. Die Prämie hängt vom Umsatz, der Mitarbeiterzahl und auch dem Risiko ab. „Dabei sollten Unternehmen auch prüfen, ob freie Mitarbeiter, Praktikanten sowie Subunternehmer mitversichert sind“, erklärt Franke.

Bei einem Gastronomen drohen Personenschäden durch Speisen oder Getränke – etwa durch eine Lebensmittelvergiftung oder allergische Reaktionen. Aber auch ein Sturz auf dem frisch gewischten Boden eines Restaurants kann den Gastronomen teuer zu stehen kommen. Ein typischer Schaden bei einem Handwerker: Er beschädigt bei Arbeiten die Wasserleitung, und die Wohnung kann für mehrere Wochen nicht bewohnt werden.

Der Handwerker haftet auch für die Folgen, wenn er eine Heizung unsachgemäß installiert und dadurch später einen teuren Wasserschaden auslöst. Oft treten Schäden erst Jahre später auf. „Die Nachhaftungsfrist wurde bei HDI auf 30 Jahre verlängert und deckt damit einen Zeitraum ab, in dem Bauunternehmen typischerweise noch in der Verantwortung stehen können“, sagt Stephany Gallus, Leiterin Produktmanagement & Underwriting Haftpflicht der HDI Versicherung AG. Der HDI-Tarif „Betriebshaftpflicht für das Baunebengewerbe“ schneidet im Test mit der Höchstnote „sehr gut“ ab.

Steigende Preise bekommen auch die Versicherer zu spüren. „Unsere Erfahrung zeigt, dass die Regulierung von Schadenersatzforderungen immer kostenintensiver wird“, sagt Sebastian Reddemann, Sprecher des Vorstands VHV Allgemeine Versicherung. „Insoweit beobachten wir weiterhin einen Trend zur Erhöhung der Versicherungssummen.“ Der Tarif „Firmenprotect für Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe“ der VHV ist mit spezifischen Branchenleistungen ausgestattet.

Die Kosten einer Haftpflichtpolice für Gastronomen sind deutlich geringer als die für Bauhandwerker. So liegen die jährlichen Prämien der mit „sehr gut“ ausgezeichneten Haftpflichtpolicen für Gastronomen zwischen 130,90 Euro und 246,58 Euro. Bauhandwerker müssen dagegen für die mit „sehr gut“ ausgezeichneten Policen zwischen 1817,37 und 3453,77 Euro zahlen, weil die Risiken und potenziellen Haftungsschäden größer sind.

Das eigene Hab und Gut schützen

Die gewerbliche Inhaltsversicherung ist praktisch die Hausratversicherung für Unternehmen. Sie schützt bewegliches Inventar wie Waren oder Maschinen bei Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Einbruchdiebstahl oder Vandalismus. „Unternehmen sollten bei der Versicherungssumme unbedingt Neuwerte ansetzen, sonst droht im Ernstfall eine Unterversicherung und der Versicherer ersetzt den Schaden nicht vollständig“, sagt Franke.

Wer sich vor Elementarschäden oder vor den finanziellen Folgen aufgrund einer Betriebsunterbrechung schützen will, sollte zusätzliche Bausteine abschließen. „Gerade die Betriebsunterbrechung ist wichtig, weil ein Schaden schnell Ausfälle in der Produktion und damit bei den Einnahmen zur Folge haben kann“, rät Monke. Sie leistet Auszahlungen für laufende Kosten sowie für den entgangenen Betriebsgewinn.

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Methodik
Die Ratingagentur Franke und Bornberg ging bei der Betriebshaftpflichtversicherung für ein Restaurant von vier Vollzeit- und drei Teilzeitkräften aus. Sie erzielen einen Jahresumsatz von 800.000 Euro. Im Musterfall des Bauhandwerks­betriebs arbeiten fünf Vollzeitkräfte, die einen Jahresumsatz von einer Million Euro erwirtschaften. Die Versicherungssumme beträgt fünf Millionen Euro bei der Haftpflichtversicherung. Bei der betrieblichen Inhaltsversicherung liegt die Versicherungssumme beim Gastbetrieb bei 400.000 Euro und beim Handwerksbetrieb bei 220.000 Euro. Elementargefahren sind eingeschlossen, sofern die Versicherer diese Möglichkeiten ihren Kunden anbieten. Das gilt auch für den Verdienstausfallschutz, den viele Versicherer ihren Kunden beim Abschluss anbieten.
Franke und Bornberg hat die Qualität der Policen für beide Versicherungen mit einem umfangreichen Kriterienkatalog untersucht. Die Güte des Ratings macht 70 Prozent der Gesamtbewertung aus. Der Preis geht zu 30 Prozent in die Gesamtnote ein.

Der Versicherungsschutz hängt stark von der Branche ab: Typisch für Gastronomiebetriebe ist eine Kühlgutversicherung, die das Verderben von Lebensmitteln bei Stromausfall oder Schäden an Kühlgeräten umfasst. Der Schutz schließt oft Reinigung und Desinfektion ein.

Eine Betriebsschließungsversicherung gemäß Infektionsschutzgesetz deckt Schäden, Warenvorräte und entgangenen Gewinn ab, zum Beispiel bei behördlich angeordneter Schließung nach Lebensmittelvergiftungen. Ein Handwerker benötigt dagegen Versicherungsschutz für Maschinen oder Werkzeuge, die mobil und oft auch auf Baustellen im Ausland zum Einsatz kommen.

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