Ranking: Das sind die besten Risikolebensversicherungen für Familien
Köln. An den eigenen Tod denkt kaum jemand gern. Stirbt jedoch der Hauptverdiener oder die Hauptverdienerin einer Familie, bricht das Einkommen von einem Tag auf den anderen weg. Staatliche Renten reichen in den meisten Fällen nicht aus, um den Lebensstandard zu halten. Für diesen Fall springt die Risikolebensversicherung ein.
Sie fängt den finanziellen Verlust auf, wenn das regelmäßige Einkommen einer Familie wegfällt. Zwar ist sie nicht gesetzlich vorgeschrieben, für alle, die ihre Angehörigen absichern wollen, aber unverzichtbar. Da Versicherer vor Vertragsabschluss die Gesundheit prüfen, empfiehlt sich der Abschluss in jungen Jahren. Wahrheitsgemäße Angaben sind Pflicht – andernfalls kann der Versicherer die Leistung verweigern.
Die Ratingagentur Franke und Bornberg hat 27 Angebote geprüft. Die Qualität der Police steht dabei im Vordergrund: Sie fließt mit 70 Prozent in die Bewertung ein, der Preis mit 30 Prozent. „Verbraucher sollten sich nicht von günstigen Lockangeboten täuschen lassen“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Ratingagentur. Schließlich binden sich Kunden meist über Jahrzehnte.
Die Analyse zeigt: Sehr gute Policen müssen nicht teuer sein. Bei den elf Tarifen mit Bestnote „sehr gut“ liegen die jährlichen Nettoprämien für 100.000 Euro Versicherungssumme zwischen 74,86 und 93,67 Euro.
Versicherungssumme individuell festlegen
Die im Musterfall angesetzte Summe von 100.000 Euro reicht in den meisten Fällen nicht, um den Lebensstandard einer Familie zu sichern. Eine gängige Faustregel lautet, das Drei- bis Fünffache des Jahresbruttoeinkommens abzusichern. „Diese Regel ist jedoch nur ein Anhaltspunkt und ersetzt keine individuelle Bedarfsanalyse“, sagt Jan Haug, Produktentwickler Lebensversicherung bei der Signal Iduna. Ihr Tarif „SI RLV Plus“ erhielt die Bestnote „sehr gut“.
Wichtig ist auch eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung, um die Summe etwa bei Heirat, Geburt eines Kindes oder Immobilienkauf erhöhen zu können. „Dabei sollten Versicherte auch Restschulden und Kredite berücksichtigen“, sagt Oliver Sensburg, Produktmanagement Leben bei der Baloise Lebensversicherung AG. Auch ihre Police „Risikoversicherung Premium“ erhielt ein „sehr gut“.
Zur passenden Summe zählen zudem alle finanziellen Verpflichtungen – insbesondere Immobilienkredite –, damit Hinterbliebene nicht mit Schulden belastet werden. „Je flexibler eine Risikolebensversicherung ist, desto besser schützt sie in jeder Lebensphase“, sagt Franke.
Künstliche Intelligenz verändert die Branche
Künstliche Intelligenz (KI) wird in Zukunft auch bei Risikolebensversicherungen wichtiger. „Für uns Anbieter kann sie eine genauere Risikokalkulation und effizientere Prozesse ermöglichen“, sagt Haug. KI kann große Datenmengen analysieren, Anträge automatisiert bearbeiten und Risiken präziser einschätzen – was auch die Versicherbarkeit spezieller Risikogruppen verbessern kann.
Zudem könnte KI personalisierte Angebote ermöglichen, die auf individuelle Bedürfnisse und Risikoprofile zugeschnitten sind. Auch im Kundenservice bietet sie Potenzial: KI-Chatbots beschleunigen Antragsprozesse und erleichtern die Kommunikation. So könnten Kunden künftig vom Antrag über den Abschluss bis zur Schadenmeldung begleitet werden.
Doch der Einsatz wirft Fragen auf. Werden sensible Daten ausgewertet, muss der Datenschutz gewährleistet sein. Unklar sind zudem ethische Fragen, etwa bei genetischen Informationen. „Momentan verzichtet Baloise bewusst auf den Einsatz von KI bei der Kalkulation von Risikolebensversicherungen“, sagt Sensburg. Auch fehlen noch klare Vorgaben der Aufsichtsbehörden, und viele KI-Modelle sind für Verbraucher schwer nachvollziehbar.