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Anzeige - Health-i ist eine gemeinsame Initiative der Handelsblatt Media Group und der Techniker Krankenkasse. Die Inhalte dieser Seite wurden von Solutions by HMG produziert.

International Health Innovator of the Year 2024Superhelden trotz Handycap

Mit Unterarm- und Handprothesen in Superhelden-Optik aus dem 3D-Drucker verändert Open Bionics das Image von Menschen mit amputierten Gliedmaßen. Dafür erhielt das britische Unternehmen einen besonderen Health-i Award. 23.10.2024 - 14:40 Uhr

Angela Kästel (li.), Customer Support Managerin DACH von Open Bionics, Co-Founder Joel Gibbard (Bildschirm, Mitte) und Michael Altheim, der eine Hero-Gauntlet-Prothese trägt, bei der Health-i Preisverleihung.

Foto: Marc-Steffen Unger

Die Health-i Initiative von Handelsblatt und Techniker Krankenkasse schaut bei der Vergabe der gleichnamigen Awards nicht nur auf die Health-Innovatoren aus Deutschland. Sie würdigt seit 2023 auch Start-ups und die Menschen dahinter, die sich in anderen Ländern um Verbesserungen im Gesundheitswesen verdient gemacht haben. In diesem Jahr überzeugte die Health-i Jury das britische Unternehmen Open Bionics und verlieh die Auszeichnung „International Health Innovator of the Year“ an die beiden Co-Founder.

Das 2014 von Joel Gibbard und Samantha Payne in Bristol gegründete Unternehmen gilt als Pionier im 3D-Scan und 3D-Druck von Unterarm- und Handprothesen. Statt mehrerer Wochen und Monate dauert die Herstellung einer leichten und personalisierbaren bionischen Prothese aus dem 3D-Drucker nur rund 40 Tage. Entsprechend erschwinglicher ist sie auch. Eine konventionelle Unterarmprothese kostet je nach Ausführung bis zu 12.000 Euro.

Wichtig war den Gründern neben den Kosten und der schnellen Verfügbarkeit, dass die bionischen Prothesen nicht etwa natürlichen Gliedmaßen optisch nachempfunden werden, sondern im coolen Roboter-Design daherkommen. Dank einer Kooperation mit Unternehmen wie Disney gibt es den „Hero Arm“ nach Superhelden-Vorbildern wie „Iron Man“, im Design eines Lichtschwerts aus Star Wars oder in der Anmutung des Roboters R2D2. Dieses besondere Aussehen, so Gibbard, fördere die soziale Interaktion: Die bionischen „Hero“-Prothesen machen andere neugierig und senken die Schwelle, Prothesenträger anzusprechen. Das kommt nicht nur bei Kindern ab acht Jahren gut an. Die älteste Trägerin, eine Deutsche aus Würzburg, erhielt ihren „Hero Arm“ im Dezember 2023, als sie Monate zuvor nach einer Krebsdiagnose ihren rechten Unterarm verlor.

Sehen Sie hier den Aftermovie von den Health-i Awards 2024 mit den wichtigsten Stimmen des Abends.

Nach dem Helden-Arm kommt der Helden-Handschuh

Der bionische „Hero Arm“ ist klinisch getestet und wurde medizinisch zertifiziert. Open Bionics arbeitet mit niedergelassenen Sanitätshäusern und Krankenkassen in ganz Deutschland zusammen. Aber auch in Krisen- und Kriegsregionen wie der Ukraine helfen die Hightech-Prothesen aus dem 3D-Drucker den Menschen. Die leichte, myoelektrische Prothese ist voll funktionsfähig, mit Lichtern, Bio-Feedback-Vibrationen und verschiedenen Funktionen, die es den Träger:innen ermöglichen, zu greifen, zu kneifen, eine Faust zu machen und den Daumen nach oben zu strecken oder über den Freeze-Modus ein Glas in der Hand zu halten, ohne es zu zerdrücken.

Das jüngste Produkt von Open Bionics ist der „Hero Gauntlet“ (Helden-Handschuh), der Fingeramputierten mehr Komfort und Selbstvertrauen bei ein- und zweihändigen Tätigkeiten bietet. Der erste Patient in Deutschland, bei dem die neue Technologie erfolgreich getestet wurde, ist der ehemalige LKW-Fahrer Michael Altheim, der bei einem Arbeitsunfall vier Finger an seiner rechten Hand verloren hat. Er war ebenfalls zur Preisverleihung in die Factory Hammerbrooklyn Hamburg geladen.

„Wir sind dankbar für diese Auszeichnung“

Per Liveübertragung zugeschaltet am Award-Abend war Joel Gibbard, der sich sichtlich freute. Er berichtete, wie er schon als Teenager gerne mit Lego-Steinen Roboterhände bastelte. Nach seinem Robotik-Studium gründete er mit Samantha Payne Open Bionics. Gibbard und Payne wurden inzwischen mehrfach ausgezeichnet, Gibbard wurde kürzlich zum britischen Design-Ingenieur des Jahres ernannt und erhielt die Auszeichnung „Prosthetic Innovation of the Year“ der Limbless Association (Wohltätigkeitsorganisation für Menschen mit Gliedmaßenverlust) und Samantha Payne hat zwei British Engineering Excellence Awards und den James Dyson Award für innovatives Design gewonnen.

Mit Stolz nahm Joel Gibbard virtuell die Auszeichnung von Charlotte Haunhorst, Head of Digital und Mitglied der Chefredaktion beim Handelsblatt, und Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, entgegen: „Diese Auszeichnung ist eine großartige Anerkennung unserer neuesten Innovation in Deutschland und des ‚Hero-Arms‘, einer der fortschrittlichsten Prothesen für Kinder und Erwachsene in Europa. Wir sind dankbar für diese Auszeichnung“, sagte Joel Gibbard, CEO & Co-Founder von Open Bionics, der sich an diesem Abend auch als „Hero“ fühlen konnte.

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