Sanofi, Novartis & Co.: Pharma-Riesen entdecken Apps auf Rezept
Sanofi-Forscher entwickeln Arzneimittel für Diabetiker.
Foto: imago images/SteinachVorbei ist die Zeit der Start-up-Pioniere, nun steigt mit Sanofi ein Milliardenunternehmen in die Entwicklung einer digitalen Gesundheitsanwendung (DiGa) ein. Der französische Pharmakonzern hat für die Diabetes-App „My Dose Coach“ die Zulassung als DiGa beantragt und erwartet in wenigen Tagen den positiven Bescheid. Sanofi ist damit das erste Pharmaunternehmen, das eine hauseigene DiGa herausgibt.
Katherine Ossenkopp leitet bei Sanofi im Geschäftsbereich „General Medicines“ den Bereich Innovation. „My Dose Coach ist eine globale Entwicklung, die prinzipiell weltweit eingesetzt werden könnte“, sagt sie. Die App gibt es bereits in Indien und Brasilien. „Die Erfahrungen aus anderen Ländern helfen uns, die medizinische Wirkung im klinischen Alltag nachzuweisen und unterstützen die deutsche Einführung von My Dose Coach.“
Pharmaunternehmen haben gepflegtes Ärzte-Netzwerk
Beim französischen Pharmaunternehmen Servier sieht man das auch so. Die Servier-DiGa Deprexis gegen Depressionen ist allerdings ein Kooperationsprodukt. Partner ist das Hamburger Start-up Gaia, die medizinische Expertise kommt von Servier. „Wir vertreiben Deprexis seit rund fünf Jahren. Es wurden mittlerweile 13 kontrollierte Studien mit mehreren tausend Patienten in Deutschland, der Schweiz und den USA durchgeführt“, sagt Oliver Kirst, Deutschlandchef von Servier. Er glaubt, dass manche DiGa auch wieder aussortiert werden: „In den nächsten Jahren wird sich zeigen, welche DiGa sich für eine Indikation durchsetzen“, sagt er.